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Osnabrück gegen die Bayern: Als der VfL sensationell in München gewann (3 Min)

DFB-Pokal

Stand: 02.09.2026 08:07 Uhr

Der VfL Osnabrück will im Erstrundenspiel des DFB-Pokals gegen Titelverteidiger FC Bayern München die Bremer Brücke beben lassen. Obwohl der Rekordchampion in beängstigender Frühform ist, glaubt Trainer Timo Schultz fest an die Sensation.

Den Münchnern heute Abend (20.45 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) an die Wäsche gehen – daran dachten Osnabrücks Fans bereits wenige Minuten nach der Zweitliga-Partie am vergangenen Freitag beim VfL Bochum. Mit „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“-Gesängen wurden die VfL-Kicker in die Kabine verabschiedet.

„Da musste man ein bisschen schmunzeln“, erklärte Kapitän Jannik Müller. Er selbst sei mit seinen Gedanken aber noch nicht beim Pokal-Kracher gewesen, versicherte der 32-Jährige. „In dem Moment war ich einfach happy über die drei Punkte“, sagte der Innenverteidiger mit Blick auf das 1:0, den ersten Saisonsieg.

Spätestens auf der Rückfahrt von Bochum nach Osnabrück war das Bayern-Spiel dann aber beim gesamten Team allgegenwärtig. Denn im Bus schaute sich die Mannschaft im TV gemeinsam die Bundesliga-Auftaktpartie der Münchner gegen den VfB Stuttgart (5:1) an. „Wenn die Bayern das effizient runterspielen, dann können sie fast zweistellig gewinnen“, erklärte Coach Schultz.

Sieg in Bochum als „Dosenöffner“

Der 49-Jährige hat allergrößten Respekt vor dem Titelverteidger („Die sind jedes Spiel scharf, die sind jedes Spiel ready“), aber keine Angst. Ganz im Gegenteil. Voller Selbstbewusstsein kündigte Schultz an: „Ich als Trainer werde meine Mannschaft so darauf vorbereiten, dass wir in die zweite Runde einziehen. Das muss unser Ziel sein. Wir gehen all in – und dann schauen wir, was dabei rauskommt.“

Erst Bochum, nun Bayern – viel größer könnten die Kontraste für den Aufsteiger kaum sein. Und natürlich ist den Niedersachsen bewusst, dass die Münchner ihnen viel mehr abverlangen werden als der offensiv harmlose Zweitliga-Konkurrent am vergangenen Freitag. Und doch muss der VfL genau die in Bochum gezeigten Fußball-Basics erneut abrufen, um überhaupt eine Chance zu haben.

„Dieser Mut im Verteidigen, die Räume eng zu halten, Druck auf den Ball zu kriegen und nach Ballgewinnen schnellstmöglich umzuschalten, das sind schon Themen, die wir sicher auch am Mittwoch wieder gebrauchen werden“, sagte Schultz. Für ihn war der knappe, aber verdiente Erfolg im Ruhrpott nach den beiden Auftaktpleiten der erhoffte „Dosenöffner“.

Der DFB Pokal steht im Stadion auf einer Säule.

Die Spielpaarungen und Ergebnisse im DFB-Pokal der Saison 2026/2027 im Überblick.

Schultz erinnert an durchwachsene Münchner Pokal-Bilanz

Dem Arbeitssieg wollen die Niedersachsen nun vor ausverkauftem Haus an der Bremer Brücke die Pokal-Sensation folgen lassen. Um die Hoffnung darauf zu nähren, hat Schultz einen Blick in die Geschichtsbücher geworfen.

„Ich glaube, ich kann schon mal erwähnen, dass sie letztes Jahr Pokalsieger geworden sind, davor die sechs Jahre aber maximal das Viertelfinale erreicht haben. Das ist nun mal der Pokal. Und der Pokal hat – das ist ein toller Spruch – seine eigenen Gesetze“, erklärte der VfL-Coach. „Wir wollen und wir werden es den Bayern so schwer wie möglich machen. Wir haben nichts zu verlieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass im Fußball alles möglich ist.“

VfL will im Sondertrikot Coup von 1978 wiederholen

Ein Blick in die Vergangenheit unterstreicht diese These. Denn schon einmal stellte Osnabrück den Münchnern sensationell ein Bein im DFB-Pokal. Am 23. September 1978 gewannen die Niedersachsen die Zweitrunden-Partie im Olympiastadion mit 5:4.

In Erinnerung an diese aus Osnabrücker Sicht legendäre Partie tritt der Zweitligist nun beim erneuten Aufeinandertreffen mit dem FCB in einem Sondertrikot an, dessen Design an die Shirts von vor 48 Jahren erinnert. Und wer weiß, vielleicht hilft ja der Textil-Trick, um den Münchnern im übertragenen Sinne erneut die Lederhosen auszuziehen…

Mögliche Aufstellungen:

VfL Osnabrück: Krumrey – Fabinski, J. Müller, Wiemann – P. Kammerbauer, Badjie – F. Wagner, B. Jacobsen – Beck, Münst – R. Meißner
FC Bayern München: Urbig – Stanisic, Tah, M.-J. Kim, Davies – Kimmich, Bischof -Olise, Saibari, Luis Diaz – Kane

Jubel bei Leonhard Münst und Ismail Badjie (v.l.) vom VfL Osnabrück

Dank eines frühen Treffers ihres Angreifers gelingt den zuvor punktlosen Niedersachsen im dritten Zweitliga-Spiel der erste Erfolg.