Auf einem Parkplatz an der Venloer Straße in Wegberg stand sie bis Dienstag: Eine große gelbe Box mit einem Garagentor. Die Rede ist nicht etwa von einem Pferdetransporter oder einem besonderen Wohnwagen, sondern von der mobilen Prüfstation des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC), in der Kraftfahrzeugmeister Olaf Steinhäuser und Automechaniker Tomas Mojescik die Verkehrssicherheit von Fahrzeugen prüfen.
In dieser besonderen Station konnten von Donnerstag bis Dienstag Wegberger ihr Fahrzeug auf Herz und Nieren prüfen lassen: Bei der kostenlosen Prüfung des ADAC, so die Experten, werden Bremswirkung, die Funktion der Außenbeleuchtung und die Stoßdämpferwirkung gecheckt. In den Sommermonaten, zwischen Juni und August, gebe es außerdem noch „Urlaubschecks“, mit denen die Experten überprüfen, ob Fahrzeuge urlaubsgeeignet sind.
In den heißen Monaten, da waren sie sich einig, seien häufig Klimaanlagen ein Problem: „Im März oder April merken die Menschen dann, dass ihre Klimaanlage nicht mehr richtig kühlt“, so Mojescik. Häufig fehle Kältemittel, von dem jedes Auto jedes Jahr auf natürliche Weise zwischen fünf und zehn Prozent verliert. Ein weiteres Problem im Sommer sei der Verlust von Kühlmittel, ohne das der Motor gerade in den heißen Sommermonaten schnell überhitzen kann. „Es gucken relativ wenige Menschen unter ihre eigene Haube“, erklärte Tomas Mojescik. „Wir gucken immer noch mit einem anderen Auge drauf“, so der Automechaniker.
Auch in Wegberg habe es, so die Experten, ein paar auffällige Wagen gegeben: Die auffälligste Geschichte sei ein Auto mit einer gebrochenen Feder gewesen – das Messgerät, so Steinhäuser, zeige in solchen Fällen häufig eine einwandfreie Stoßdämpferwirkung an, nur durch eine Sichtprüfung konnte der Federbruch festgestellt werden. Dieser Defekt, so Steinhäuser, sei gefährlich, da die scharfen Federendstücke, so der Kraftfahrzeugmeister, sich zum Beispiel an den Reifen annähern und diesen unter Umständen während der Fahrt kaputtmachen können. Am gleichen Auto, so Mojescik, habe man zudem eine einseitige Bremswirkung, eine verschlissene Feststellbremse und schlechte Bremsflüssigkeit festgestellt – der Besuch in der Prüfstation kam für den Kunden also gerade rechtzeitig.
Solche Fälle seien kein Einzelfall, merkten die beiden Profis an, viele Menschen gehen mit Ablauf der Fahrzeuggarantie nicht mehr regelmäßig zur Inspektion, Nachlässigkeit erkennen der Kraftfahrzeugmeister und der Automechaniker sofort: „Die Leute, die keine Inspektion machen, kommen eher zu uns, wenn der Wagen schon Geräusche macht“, betonte Tomas Mojescik. Dann könne es schon häufig zu spät sein, so der Automechaniker weiter.
Je nach Jahreszeit sehen die Checks des ADAC unterschiedlich aus: Im Winter stehen Reifen und Bremsen im Vordergrund, im Sommer müsse das Auto bei Familien besonders für lange Fahrten Richtung Sonne fit gemacht werden. Deswegen kommen einige ihrer Kunden regelmäßig zur Prüfstation: „Man muss ja auch nicht immer das Gleiche machen lassen“, so die Experten. Wenn bei Messungen, die in der kostenfreien Prüfung enthalten sind, schon auffällige Werte dabei sind, führe für viele ihrer Kunden kein Weg an der Werkstatt vorbei: Damit sorgen Steinhäuser und Mojescik dafür, dass Autofahrer sicher in den Urlaub kommen.
Bei ihnen, so Steinhäuser, liege der Fokus auch nicht darauf, Ersatzteile zu verkaufen: „Wir bieten hier eine neutrale Prüfung an, sonst verkaufen wir hier nichts“, so der Experte, der seit vielen Jahren in der mobilen Werkstatt unterwegs ist. Die Kombination aus Fachwissen und neutralem Blick macht die mobile Prüfstation für viele Autofahrer interessant, für sie ist der Sicherheitscheck damit mehr als nur eine flüchtige Prüfung des eigenen Fahrzeugs: Der Blick der Experten kann den entscheidenden Unterschied machen, bevor kleine Probleme zu einem echten Sicherheitsrisiko werden.