Subway platform with a white and blue train at left, yellow wall panels, and dark blue columns extending into the distance.

Weichenstörungen, Signalprobleme, Baustellen und die regelmäßig gesperrte Stammstrecke gehören in Stuttgart inzwischen fast selbstverständlich zum ÖPNV-Alltag. An der Nachfrage ändert das erstaunlich wenig. Im ersten Halbjahr 2026 wurden im VVS rund 183,1 Millionen Fahrten gezählt, gut 2,1 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Plus von 1,18 Prozent.

Auch bei den Abonnements zeigt die Kurve weiter nach oben. Ende Juni zählte der VVS insgesamt 611.831 Abos und damit rund 9.000 mehr als ein Jahr zuvor. Rund 286.000 davon entfallen auf klassische Deutschland-Tickets, knapp 198.000 auf Schülerinnen, Schüler und Auszubildende, mehr als 124.000 auf Firmen-Abos.

Das Wachstum ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil der Nahverkehr in der Region weiterhin mit zahlreichen Einschränkungen lebt. Besonders die S-Bahn liefert regelmäßig jene Mischung aus Signalstörung, Weichenproblem, Verspätung und Ersatzverkehr, die viele Fahrgäste inzwischen bestens kennen. Dazu kommt das jährliche Stuttgarter Sommer-Wahrzeichen, die Sperrung der Stammstrecke (2027 wohl ein letztes Mal).

Umso stärker fällt im Stuttgarter Alltag auf, wie gut das Stadtbahnnetz der SSB funktioniert. Die Stadtbahn bringt ihre Fahrgäste Tag für Tag durch die Stadt, verbindet Innenstadt, Außenbezirke und Höhenlagen und bildet dabei ein erstaunlich stabiles Rückgrat des lokalen Nahverkehrs.

Natürlich gibt es auch hier Baustellen (wie zuletzt wegen Gleisbau die U4 zwischen Berliner- und Hölderlin-Platz) und wenige Störungen, insgesamt bleibt die Stadtbahn aber jener Teil des Systems, auf den sich Stuttgart im Alltag ziemlich gut verlassen kann.

Rund 85 Prozent aller Fahrten im VVS werden inzwischen mit dem Deutschland-Ticket zurückgelegt. Die Tariferhöhung des VVS um durchschnittlich 5,95 Prozent seit 1. September betrifft diesen großen Teil der Fahrgäste deshalb nicht.

Neu ist außerdem, dass bei EinzelTagesTickets und StadtTickets bis zu drei Kinder zwischen sechs und 14 Jahren kostenlos mitfahren können. Mit CiCoBW wird zudem das spontane Fahren einfacher: In der VVS-App wird vor der Fahrt eingecheckt und danach wieder ausgecheckt, der passende Fahrpreis wird automatisch berechnet.

Die Halbjahresbilanz zeigt damit ein interessantes Stuttgart-Bild: Der ÖPNV wächst weiter, obwohl der tägliche Betrieb nicht immer reibungslos läuft. Und während die S-Bahn weiterhin reichlich Stoff für Störungsmeldungen liefert, hält die Stadtbahn einen großen Teil der Stadt ziemlich verlässlich in Bewegung.

VVS Halbjahresbilanz 2026

Fahrten Januar bis Juni: 183,1 Millionen
Plus zum Vorjahr: 2,1 Millionen Fahrten, 1,18 Prozent
Abonnements Ende Juni: 611.831
Deutschland-Tickets: rund 286.000
Schüler und Azubi-Abos: rund 198.000
Firmen-Abos: mehr als 124.000
Anteil Deutschland-Ticket an allen Fahrten: rund 85 Prozent
VVS-Tarifanpassung seit 1. September: durchschnittlich 5,95 Prozent

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