Tag des Denkmals 2026 in Köln: Wenn Geschichte und Moderne Netzwerke knüpfenTag des Denkmals 2026 in Köln: Wenn Geschichte und Moderne Netzwerke knüpfen
copyright: Envato / fokkebok

Am 12. und 13. September 2026 öffnet die Domstadt wieder ihre Pforten für eines der bedeutendsten Kulturereignisse des Jahres: den Tag des Denkmals 2026 in Köln. Unter dem bundesweiten Motto “NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur” laden mehr als 150 historische Orte, private Bauten, sakrale Schätze und verborgene Bauwerke dazu ein, Kölns reiches Erbe aus zwei Jahrtausenden völlig neu und kostenlos zu entdecken. Das Programm ist vollgepackt mit zahlreichen Entdeckungsmöglichkeiten (hier kostenlos zum Download) in der Rheinmetropole.

Organisiert vom Kölnischen Stadtmuseum in Zusammenarbeit mit dem Stadtkonservator und koordiniert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, zeigt das Wochenende eindrucksvoll, wie Infrastruktur, Architektur und menschliche Verbindungen das Kölner Stadtbild geformt haben.

Das Motto: Verbindungen, Wege und Wissen

Infrastruktur ist weit mehr als nur Straßen und Schienen. Das Motto “NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur” greift die sichtbaren und unsichtbaren Fäden auf, die eine Stadt zusammenhalten. In Köln bedeutet das eine Reise von den römischen Fernstraßen über mittelalterliche Handelsnetze bis hin zu modernen Verkehrsknotenpunkten und Medienhäusern.

Die Schwerpunkte des Programms umfassen:

  • Verkehr & Bewegung: Historische Brücken wie die Hohenzollernbrücke oder die Deutzer Drehbrücke zeigen die Ingenieurskunst vergangener Zeiten. Auch das historische Ratsschiff MS Stadt Köln oder historische Eisenbahnen lassen Zeitgeschichte lebendig werden.
  • Soziale & geistige Netzwerke: Bildungseinrichtungen, Archive und Medienzentren – etwa das Sendesaal-Erlebnis im WDR-Funkhaus, das Filmhaus Köln oder die Bibliothek der Stiftung Frauen MediaTurm – stehen für den Wissens- und Informationsaustausch.
  • Schutz & Versorgung: Die historische Kanalisation im bekannten Kronleuchtersaal unter dem Theodor-Heuss-Ring, alte Wasserwerke sowie historische Bunker- und Festungsanlagen veranschaulichen die Lebensadern der Stadt.

Sehenswerte Orte und Führungs-Highlights in den Veedeln

Ob links- oder rechtsrheinisch, in der Innenstadt oder den Außenbezirken – an beiden Tagen gibt es in ganz Köln in den verschiedenen Veedel faszinierende Bauwerke und historische Orte zu erkunden.

Antike Wurzeln, Archäologie & sakrale Pracht

  • Kölner Domgrabung & Dombauhütte: Einblicke in die archäologischen Schichten direkt unter der Kathedrale sowie in die traditionelle Handwerkskunst der Steinmetze.
  • Ubiermonument (Südstadt): Der älteste aufrechte Steinbau Deutschlands (vor Christi Geburt) gewährt direkte Einblicke in die allerersten Kapitel der Kölner Stadtgeschichte.
  • MiQua & Römisches Erbe: Bei Spezialführungen am Rathausplatz lässt sich der Fortschritt am entstehenden Museum MiQua erkunden, wo römische Fundamente und das mittelalterliche jüdische Viertel aufeinandertreffen.
  • Romanik & Barock: Neben den romanischen Großkirchen wie St. Gereon, St. Pantaleon oder der weltberühmten Basilika St. Kunibert mit ihren mittelalterlichen Glasfenstern gewähren seltene Barockbauten wie St. Mariä Himmelfahrt oder St. Gregorius Am Elend Einblicke in ihre Geschichte.

Verkehrsgeschichte, Ingenieurskunst & Versorgung

  • Kronleuchtersaal & historische Wasserwerke: Der imposante Abwasser-Verzweigungssaal im Untergrund des Theodor-Heuss-Rings und alte Wasserversorgungsanlagen veranschaulichen die Hygiene-Infrastruktur der Kaiserzeit.
  • Bahnhof Belvedere (Müngersdorf): Das 1839 errichtete, älteste erhaltene Eisenbahn-Empfangsgebäude Deutschlands ist ein einzigartiges Kleinod der Verkehrsgeschichte.
  • Römisches Absetzbecken der Wasserleitung (Sülz): Ein Relikt der Eifelwasserleitung, das zeigt, wie das antike Köln mit frischem Quellwasser versorgt wurde.
  • Severinstorburg (Chlodwigplatz): Eines der vier erhaltenen mittelalterlichen Stadttore mit eindrucksvollem Ausblick über die Südstadt.

Rechtsrheinische Industriekultur & Festungswerke

  • Kastell Divitia (Deutz): Im Historischen Park Deutz spüren Führungen dem spätantiken Brückenkopfkastell nach.
  • Deutzer Hafen & Auermühle: Die historische Auermühle (Auroramühlen) und sanierte Brückenkonstruktionen verdeutlichen den Wandel des rechtsrheinischen Industriehafens.
  • Direktorenvilla Felten & Guillaume (Mülheim): Die Repräsentationsvilla des einst weltweit führenden Kabel- und Drahtseilherstellers zeugt vom Industriezeitalter.
  • Preußische Festungsgürtel: Das Fort IV, das Zwischenwerk III B und weitere Festungsbauten im Grüngürtel öffnen ihre sonst verschlossenen Räume.

Medien, Moderne & Baukultur der Weimarer Republik

  • Deutschlandradio-Funkhaus (Raderberg): Das denkmalgeschützte Hochhaus aus den 1960er/70er Jahren mit seinem Funkhausturm und dem akustisch herausragenden Kammermusiksaal.
  • WDR-Funkhaus & Frauen MediaTurm: Medienarchitektur im Zentrum der Stadt.
  • GAG-Museumswohnung (Höhenberg): Eine im Originalzustand erhaltene Wohnung der 1920er Jahre in der Germaniasiedlung gibt Einblicke in das Alltagsleben vor 100 Jahren.
  • Siedlungsarchitektur: Führungen durch die Rosenhofsiedlung (Bickendorf) und den Grünen Hof (Mauenheim) zeigen das Zusammenspiel von Wohnraum, Grünflächen und Infrastruktur.

Praktische Hinweise für Besucherinnen und Besucher

Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen und Führungen im Rahmen vom Tag des Denkmals 2026 in Köln ist kostenlos. Für einen reibungslosen Ablauf empfiehlt sich:

  1. Vorab-Anmeldung: Bei besonders beliebten oder kapazitätsbeschränkten Orten (z. B. Kronleuchtersaal, Domgrabung, Deutschlandradio-Funkhaus oder MS Stadt Köln) ist eine frühzeitige Online-Anmeldung erforderlich.
  2. Festes Schuhwerk & Barrierefreiheit: Historische Gewölbekeller, Befestigungsanlagen und Baustellen erfordern oft festes Trittschuhwerk und sind teilweise nicht barrierefrei zugänglich.
  3. Programm-Portal: Das vollständige Detailprogramm mit allen Führungszeiten, Treffpunkten und Anmeldelinks wird auf der offiziellen Website des Kölnischen Stadtmuseums unter www.koelnisches-stadtmuseum.de veröffentlicht.

Der Tag des Denkmals 2026 Köln bietet eine ideale Gelegenheit, die Domstadt aus neuen Blickwinkeln zu entdecken und auf eine faszinierende Zeitreise durch zwei Jahrtausende Stadtgeschichte zu gehen.







Vorheriger ArtikelKVB-Fahrplan zum Schulstart in Köln: Welche Bahnen fahren – und wo es eng wirdNächster ArtikelSchulstart 2026/2027 in Köln: Rund 9.000 i-Dötzchen und die Rückkehr zu G9