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Pattaya – Eine Party-Hochburg bereitet sich auf einen gewaltigen Besucheransturm vor: Nach mehr als 250 Tagen auf See hat der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im thailändischen Hafen Laem Chabang festgemacht. An Bord: rund 5000 Seeleute und Marines, die erstmals seit Monaten wieder festen Boden unter den Füßen haben. Für die Besatzung ist der Landgang eine Erlösung. Denn: Ursprünglich war die Abraham Lincoln Ende 2025 zu einem regulären Einsatz im Pazifik ausgelaufen. Doch mit der Eskalation des Iran-Konflikts wurde der atomgetriebene Flugzeugträger in den Nahen Osten verlegt und dort deutlich länger eingesetzt als geplant.
Die lange Mission sorgte in den USA zuletzt für Schlagzeilen. Berichte über extreme psychische Belastungen, Versorgungsengpässe, defekte Toiletten und mutmaßliche Suizidversuche an Bord alarmierten Politiker und Öffentlichkeit. Die US-Navy räumte schwierige Bedingungen ein, betonte aber zugleich, die Besatzung sei ausreichend unterstützt worden. Nun erwartet die Soldaten Pattaya, Thailands berüchtigter Badeort am Golf von Thailand. Die Stadt ist weltweit für ihr Nachtleben bekannt und gilt seit Jahrzehnten als Symbol für den Sextourismus in Südostasien.

Herzlicher Empfang: Kapitän Dan Keeler, Kommandant der USS Abraham Lincoln, überreicht Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet ein hölzernes Modell des Flugzeugträgers
Foto: Chalinee Thirasupa/REUTERS

Matrosen bei der Ankunft im Hard Rock Hotel in Pattaya
Foto: Chalinee Thirasupa/REUTERS

Ein Banner heißt die Besatzung der USS Abraham Lincoln willkommen
Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
Das erwartet Pattaya vom Ansturm der US-Soldaten
Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet macht keinen Hehl daraus, dass die Stadt die Amerikaner mit offenen Armen empfängt. Hotels, Restaurants, Bars, Taxiunternehmen und andere Tourismusbetriebe seien auf die Gäste vorbereitet. Der Bürgermeister rechnet mit einem satten Geldregen: Bei durchschnittlichen Ausgaben von 1000 bis 3000 Baht pro Soldat könnten nach seinen Schätzungen 5 bis 15 Millionen Baht (bis zu rund 388.000 Euro) in Pattaya ausgegeben werden, sofern alle Besatzungsmitglieder an Land dürfen. Besonders gespannt blickt die berühmte Walking Street auf den Besuch. Die Tourismusbranche leidet derzeit unter einer eher schwachen Nachfrage. Betreiber von Bars, Clubs und Restaurants hoffen jetzt auf zusätzliche Gäste und kräftige Umsätze. Viele Unternehmer erwarten, dass die Amerikaner die Kassen spürbar klingeln lassen.

Dieses Schmuckgeschäft lockt mit Sonderangeboten für US‑Militärangehörige
Foto: Chalinee Thirasupa/REUTERS

Auch Bars im Rotlichtviertel von Pattaya hoffen auf klingelnde Kassen
Foto: ANTHONY WALLACE/AFP

Ein Schild wirbt für eine Sex-Show in der Walking Street
Foto: Carola Frentzen/dpa
Schon während des Vietnamkriegs, ab Mitte der 1960er Jahre, kamen Tausende US-Soldaten zur Erholung. Aus dem einstigen Fischerdorf entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein internationales Amüsierviertel. Entsprechend groß sind jetzt die Erwartungen der lokalen Wirtschaft. Nach Angaben örtlicher Behörden sollen die Seeleute mehrere Tage in der Region verbringen, bevor der Flugzeugträger seine Heimreise Richtung USA fortsetzt.

Besatzungsmitglieder auf dem Flugdeck des Flugzeugträgers
Foto: ANTHONY WALLACE/AFP

Pattaya rüstet sich für den Ansturm der US-Matrosen
Foto: ANTHONY WALLACE/AFP

Der Genuss von Cannabis wurde den US-Soldaten untersagt
Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa

Die USS Abraham Lincoln soll insgesamt fünf Tage vor der thailändischen Küste bleiben
Foto: Getty Images
Stadtverwaltung und Polizei in Pattaya rüsten sich für den Ansturm der US-Matrosen: Die Soldaten sollen in kleinen Gruppen an Land gehen, um die Massen besser kontrollieren zu können. Um für Ordnung zu sorgen, fährt die Stadt die Sicherheitsmaßnahmen hoch. Geplant sind eine verstärkte Polizeipräsenz, zusätzliche Verkehrslenkung, Kontrollen an wichtigen Zufahrtsstraßen sowie eine intensive Überwachung der Ausgehviertel und Touristenzonen.
Laut örtlichen Vertretern wurden den US-Soldaten bestimmte Freizeitaktivitäten untersagt, etwa das in Thailand mittlerweile eingeschränkt legale Kiffen (nur noch für medizinische Zwecke mit ärztlicher Verschreibung) sowie riskante Wassersportangebote.