Zwangssterilisation, „Euthanasie“ und die systematische Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung kranker und behinderter Menschen: Auch im Altkreis Moers hinterließ die nationalsozialistische Gesundheitspolitik tiefe Spuren. Eine neue Publikation widmet sich diesen lange wenig beachteten Verbrechen und den Schicksalen der betroffenen Menschen.

Am Mittwoch, 9. September 2026, um 18 Uhr stellen der Verein „Erinnern für die Zukunft“ und die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers das Buch „NS-Medizinverbrechen im Altkreis Moers – Zwangssterilisation und ‚Euthanasie‘ 1933 bis 1945“ im Alten Landratsamt vor.

Das 250-seitige Buch bündelt die mehrjährigen Forschungen der Autorinnen und Autoren und zeichnet nach, wie die NS-Ideologie von „Erbgesundheit“ und „Rassehygiene“ vor Ort umgesetzt wurde und was sie für die betroffenen Menschen bedeutete. Bei der Buchvorstellung geben die Mitwirkenden Einblicke in ihre Recherchen und erläutern die Bedeutung der regionalen Aufarbeitung.

Erinnerung an die Opfer wachhalten

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 9. September, im Großen Saal des Alten Landratsamts, Kastell 5, statt. Der Eintritt ist frei. Das Buch ist für 25 Euro erhältlich. Die Veranstalter laden alle Interessierten ein, „sich mit diesem wichtigen Kapitel der Moerser Regionalgeschichte auseinanderzusetzen – und damit auch die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten“.