Drohnenbombe in Leipzig

Tatverdächtige wohl identifiziert

02.09.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/HalleVergrößern des Bildes

Die Bundesregierung macht Russland für den Drohnen-Vorfall in Leipzig verantwortlich. (Archivbild) (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

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Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag auf dem Flughafen Leipzig/Halle rücken zwei Männer in den Fokus der Ermittler. Beide sollen Verbindungen nach Russland haben.

Die Ermittler haben nach eigener Einschätzung zwei mögliche Täter im Fall des Drohnenanschlags von Leipzig identifiziert. Das berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR übereinstimmend. Es handele sich um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass sowie einen Mann aus Belarus mit russischem Pass. Bei dem Vorfall Anfang August war eine mit Sprengstoff präparierte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt worden.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den Anschlagsversuch am Dienstag öffentlich Russland zugeschrieben. Der Angriff sei mit einem „hohen Maße an technischer Expertise und erheblichem organisatorischem Aufwand“ geplant und durchgeführt worden, sagte Dobrindt. Er erkenne darin das „bekannte Muster hybrider russischer Operationen in Europa“.

Die bisherigen Erkenntnisse deuteten auf Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt hätten, sagte Dobrindt und sprach von „Low-Level-Agenten“ – damit sind Handlanger ohne direkte Anbindung an den russischen Geheimdienst gemeint, die für einzelne Operationen angeworben werden. Namen nannte der Minister nicht.

Einreise über Berlin und DNA-Spuren am Tatort

Nach Recherchen von SZ, NDR und WDR soll der Mann mit lettischem Pass Ende Juli über den Flughafen BER nach Deutschland eingereist und anschließend mit einem Mietwagen in Richtung Leipzig gefahren sein. Zwei Tage vor dem gescheiterten Anschlag habe er Deutschland wieder verlassen, erneut über den BER. Die Ermittler ordnen ihm die Rolle des Logistikers und Instrukteurs zu.

Der zweite Verdächtige sei über DNA-Spuren identifiziert worden, die an einer Drohne, einer mit Sprengstoff gefüllten Konservendose sowie an einer Antenne in Flughafennähe sichergestellt wurden. Der Abgleich mit europäischen Datenbanken habe Treffer in Litauen und Finnland ergeben. Der Mann soll demnach mit einem italienischen Touristenvisum eingereist sein, das Ende April an einer italienischen Vertretung in Minsk ausgestellt wurde.

Ermittler zweifeln an Festnahme

Ob die mutmaßlichen Täter zur Verantwortung gezogen werden können, ist unwahrscheinlich. Schon nach früheren Fällen mutmaßlicher russischer Staatsagenten, etwa dem Bundestagshack 2015, war es den Behörden nicht gelungen, Verdächtige festzunehmen, weil diese nicht erneut nach Europa eingereist waren.

Moskau weist eine Verantwortung für den Anschlagsversuch zurück. Die russische Botschaft in Berlin sprach von einer „hastig zusammengezimmerten Provokation“ und zeigte sich „besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland“. Die Bundesregierung hatte als Reaktion unter anderem die Schließung des Russischen Hauses in Berlin sowie des russischen Generalkonsulats in Bonn angekündigt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einem Vorfall mit „allen Merkmalen von staatlich gefördertem Terrorismus“.