Vor zwei Monaten hatte der deutsche Spielfilm „23 000 Leben“ Premiere beim Filmfest München – und kurze Zeit später beim Streamingdienst Netflix. Die Reaktionen auf diese auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte über den ehemaligen Fischkutter Iuventa, mit dem im Mittelmeer Geflüchtete und Migranten vor dem Ertrinken gerettet wurden, waren gemischt: Unter anderem wurde kritisiert, dass die Perspektive der Geflüchteten zu kurz käme.
Diesen Vorwurf kann man dem deutschen Dokumentarfilm „Where The Waves Took Her“ nicht machen: Auch hier geht es um das Thema Seenotrettung, die Filmemacherin Jana Stallein zeigt Bilder von der Arbeit der Crew des Schiffs Humanity und kombiniert sie mit Aussagen von geflüchteten Personen. Weil immer mehr Mütter und Kinder die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer antreten, gehört mittlerweile auch eine Hebamme zur festen Besatzung. Hier ist es eine junge Berlinerin namens Anne-Katrin, die mit an Bord der Humanity geht. Unter anderem zeigt sie anderen Crew-Mitgliedern, wie man ertrunkene Neugeborene wiederbelebt.
Der Film lief vergangenes Jahr bei den Hofer Filmtagen und war im Mai beim Dok-Fest München zu sehen, jetzt startet er auch regulär in einigen ausgewählten Kinos. In München ist er im Werkstattkino zu sehen, die erste Vorstellung am Freitag, 4. September, findet mit Teammitgliedern statt. „Where The Waves Took Her“ interessiert sich aber nicht nur für die Momente der Rettung, sondern auch für das Verhältnis von Rettenden und Geflüchteten sowie für deren weiteren Weg. Dieser bleibt auch nach dem Verlassen des Schiffs wackelig und unsicher.
Where The Waves Took Her, D 2025, Regie: Jana Stallein, Filmgespräch am Freitag, 4. September, 17 Uhr; weitere Vorstellungen am 5., 7., 8. September, jeweils um 20 Uhr, Werkstattkino, Fraunhoferstraße 9