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Duisburg – Schon wieder ein schwerer Schlag ins Kontor der deutschen Stahlindustrie. Diesmal trifft es einen Standort im Ruhrpott mit langer Tradition. Ein Industrie-Riese will dort mehrere seiner Werke dichtmachen – Hunderte Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze.

Wie der Konzern ArcelorMittal mitteilt, soll die Stahlproduktion in Duisburg enden. Dadurch fallen rund 550 Jobs weg. Allerdings muss der Aufsichtsrat den Plänen erst noch zustimmen. Betroffen sind das Stahlwerk, die Stranggießanlage und das Knüppelwalzwerk. An dem traditionsreichen Standort im Ruhrgebiet wird bereits seit 1854 Stahl produziert.

Wann und warum die Werke schließen

Weder neue Bezugsquellen für Roheisen noch die Umrüstung der Stahlproduktion auf einen Elektro-Lichtbogenofen hätten sich gerechnet. „In den vergangenen Monaten haben wir intensive Prüfungen unterschiedlicher Versorgungs- und Zukunftsszenarien vorgenommen. Dabei hat sich gezeigt, dass keine der untersuchten Optionen wirtschaftlich tragfähig ist“, erklärt Arne Langner, Sprecher von ArcelorMittal, gegenüber BILD.

Drahtstraße im Duisburger Stahlwerk

Drahtstraße im Duisburger Stahlwerk von ArcelorMittal

Foto: ArcelorMittal

Deshalb sei die Entscheidung zur Schließung der Primärstahlproduktion gefallen. Nur das Drahtwalzwerk bleibt ab Oktober 2027 bestehen. Die benötigten Vorprodukte, sogenannte Knüppel, sollen künftig von anderen ArcelorMittal-Standorten und externen Herstellern geliefert werden. Damit soll der Standort Duisburg im Ruhrgebiet auch langfristig erhalten bleiben.

September 2024: Stahlarbeiter von ArcelorMittal, Salzgitter und Thyssenkrupp demonstrieren in Duisburg während des Nationalen Stahlgipfels

September 2024: Mitarbeiter von ArcelorMittal, Salzgitter und Thyssenkrupp demonstrieren während des Nationalen Stahlgipfels

Foto: picture alliance/dpa

Die Hintergründe der Entscheidung

Hintergrund ist das Auslaufen eines langjährigen Liefervertrags mit Thyssenkrupp Steel, das ArcelorMittal Duisburg seit 1997 mit flüssigem Roheisen beliefert. Bereits Ende 2024 hatte ArcelorMittal angekündigt, den Vertrag zum September 2027 zu beenden. Als Grund nannte das Unternehmen damals erhebliche Kostensteigerungen bei einer Vertragsverlängerung.

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Zudem kämpfe man mit schwacher Nachfrage, geringer Kapazitätsauslastung, hohen Kosten für Energie und schwierigen Rahmenbedingungen für die gesamte europäische Stahlindustrie. Dazu gehören auch „eingeschränkte Exportmöglichkeiten“, so der Sprecher. Für die Belegschaft beginnt jetzt das große Zittern. Nun sollen Verhandlungen über einen Sozialplan starten.