Der erste Punkt ist da – doch beim Handball Club Hamburg (HCH) überwiegt die Enttäuschung. Nach der Auftakt-Niederlage in Balingen kommt Hamburg bei der Heim-Premiere gegen Stuttgart nicht über ein Remis vor 3546 Fans hinaus – 34:34 (12:14). Der komplette Fehlstart ist damit zwar abgewendet, wirklich zufrieden kann Hamburg mit 1:3 Punkten aber nicht sein. Stuttgart dagegen freut sich etwas über den Punktgewinn.
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Trainer Torsten Jansen (49) steht dabei vor einer großen taktischen Aufgabe – im Angriff und in der Abwehr. Stuttgart stellt Hamburg vor unangenehme Fragen: offensiv mit vier Rückraumspielern und ohne Kreisläufer, defensiv mit zwei vorgezogenen Abwehrspielern. Für den HCH heißt das: schnelle Beine, hohes Balltempo – und viel Arbeit. Doch gerade im Angriff muss Hamburg Steine kloppen. Die HCH-Profis bekommen die Schwaben-Abwehr lange kaum auseinandergespielt, finden nur selten Lücken und lassen zudem zu viele Chancen liegen. Viel Aufwand, zunächst zu wenig Ertrag. Es ist ein Abnutzungskampf!
Auch defensiv ist die Stuttgarter Formation eine Herausforderung. Vier Rückraumspieler bedeuten ständig neue Laufwege und Entscheidungen für die Hamburger Abwehr. Kein Spiel für Handball-Feinschmecker. Zur Pause liegt der HCH 12:14 zurück. Besonders bitter: In den letzten 100 Sekunden vor der Halbzeit vergibt Hamburg in Überzahl die Chance auf den Ausgleich oder sogar die Führung – durch eigene Fehler.
Nach der Pause zieht Stuttgart sogar bis auf drei Tore davon. Doch der HCH gibt nicht auf, kämpft sich zurück und rettet im spannenden Duell zumindest noch den ersten Punkt der Saison. Weil beide Mannschaften ihren jeweils letzten Angriff nicht erfolgreich abschließen.
Für Hamburg fühlt sich das Remis trotzdem eher wie eine verpasste Chance an. HCH-Däne Nicolaj Jörgensen: „Sehr ärgerlich am Ende. Wir waren bei unseren Chancen nicht klar genug. Das ist sehr ärgerlich. Aber trotzdem ist es wichtig, dass wir jetzt den ersten Punkt haben.“
Auch Jansen war am Ende froh über den ersten Zähler. Jansen: „Das war ein brutales Spiel. Das fordert wahnsinnige Konsequenz. Ich kann meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen.“
Neben dem Spielfeld arbeitet der HCH derweil weiter am Neustart. Frederick Ness (58), früherer Hockey-Nationalspieler und heute Sportvermarktungs-Experte, unterstützt nach HCH-Angaben den Klub für einige Monate. Ness kennt Handball-Geschäftsführer Markus Rejek (58) aus gemeinsamen Zeiten bei Sportfive.
Zwei Spiele, 1:3 Punkte – der erste Zähler ist da. Für Hamburg aber ist es ein enttäuschendes Remis.
