Archivbild: Streikdemonstranten vor der Charité (Quelle: imago images/C.Ditsch)

Stand: 02.09.2026 • 21:43 Uhr

An der Berliner Charité hat am Mittwochmorgen ein dreitägiger Warnstreik der Pflegekräfte begonnen. Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi. Sie streitet unter anderem dafür, dass ein sogenannter Entlastungstarifvertrag weiterentwickelt wird. Darin wurde bis Ende August geregelt, wie mit personeller Unterbesetzung umgegangen wird. Die Charité hat diesen Tarifvertrag gekündigt. Aus Sicht von Verdi hatte der Tarifvertrag die Arbeitsbedingungen an der Charité verbessert, unter anderem durch verbindliche Personalvorgaben und einen Belastungsausgleich für Arbeiten in Unterbesetzung.

Gericht ordnet Ausweitung des Charité-Notdienstes an

Der Notdienstplan an der Charité im Rahmen des Warnstreiks muss ausgeweitet werden. Die Klinikleitung hat vor dem Berliner Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung erwirkt. Damit wird laut Klinikum auch während eines Streiks sichergestellt, dass unaufschiebbare Behandlungen stattfinden können. Die Notdienstregelung lege darüber hinaus fest, welche Beschäftigten während des Streiks arbeiten müssen und in welchem Umfang. Verdi spricht in einer Pressemitteilung von einer „skandalösen Einschränkung des Streikrechts“. Aus Sicht der Gewerkschaft würde die von der Charité geforderte Notdienstbesetzung faktisch zu einer Aufrechterhaltung des Normalbetriebs führen. An der Charité sind nach Angaben des Unternehmenssprechers etwa 7.000 Pflegekräfte tätig.

Sendung: radioeins vom rbb, 02.09.2026, 19:00 Uhr Audio: radioeins vom rbb, 02.09.2026, Alexandra Nestmann

Rundfunk Berlin-Brandenburg