Wirtschaft

Stand: 02.09.2026 21:26 Uhr

Die Autohaus-König-Gruppe hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind mehr als 80 Standorte bundesweit, darunter zahlreiche Autohäuser in Sachsen-Anhalt, aber auch in Thüringen.

von MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo

Nachrichten personalisieren

Die Autohaus-König-Gruppe, einer der größten Autohändler Deutschlands, hat Insolvenz angemeldet. Das Berliner Amtsgericht Charlottenburg hat den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bestätigt. König betreibt bundesweit mehr als 80 Filialen und beschäftigt nach eigenen Angaben über 1.200 Mitarbeiter.

Autohaus König in Thüringen

Autohaus König hat Insolvenz angemeldet: Mehr als 20 Standorte in Sachsen-Anhalt und Thüringen betroffen

Von der Insolvenz sind auch zahlreiche Standorte in Sachsen-Anhalt und Thüringen betroffen. In Sachsen-Anhalt betreibt die König-Gruppe mehr als zehn Autohäuser, darunter in Halle, Magdeburg, Dessau-Roßlau, Haldensleben (Börde), Heyrothsberge (Jerichower Land), Merseburg (Saalekreis), Schönebeck (Salzlandkreis) und Zerbst (Anhalt-Bitterfeld). In Thüringen gehören zehn Standorte zur Unternehmensgruppe, darunter drei Autohäuser in Erfurt sowie weitere Niederlassungen in Jena, Gera und Suhl. In Sachsen gibt es nach Unternehmensangaben nur ein paar wenige Autohäuser im Raum Leipzig.

Die Beschäftigten wurden nach Unternehmensangaben bereits über den Insolvenzantrag informiert.

Zahlreiche Standorte im Osten betroffen

Die Autohaus-König-Gruppe wurde vor rund 60 Jahren in Berlin gegründet und zählt heute zu den größten Autohandelsgruppen Deutschlands. Neben den Standorten in Sachsen-Anhalt und Thüringen ist das Unternehmen bundesweit vertreten.

In Thüringen ist Autohaus König zudem Hauptsponsor des Fußball-Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena. Der aktuelle Sponsorenvertrag läuft noch bis zum Sommer 2028. Ob und in welcher Form das Engagement fortgeführt wird, ist derzeit offen.

Branchenvertreter sieht schnelles Wachstum als Ursache

Der Präsident des Thüringer Kfz-Landesverbands, Helmut Peter, sieht das rasche Wachstum der Unternehmensgruppe als einen wesentlichen Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Nach seiner Einschätzung sei nicht allein die Eröffnung neuer Standorte ausschlaggebend gewesen. Mit dem Wachstum müssten auch die Beziehungen zu Herstellern und Importeuren professionell gesteuert werden. Genau hier habe es offenbar Herausforderungen gegeben, sagte Peter, der selbst Chef einer Autohaus-Gruppe ist.

Fachkräfte weiterhin gefragt

Um die Beschäftigten macht sich der Branchenvertreter nach eigenen Angaben nur wenig Sorgen. Gut ausgebildete Fachkräfte seien in der Automobilbranche derzeit vielerorts gefragt.

Auch für Kunden erwartet Peter voraussichtlich keine größeren Nachteile. Bestehende Verträge, Garantien und Serviceleistungen würden im Falle von Verkäufen oder Übernahmen in der Regel durch andere Händler weitergeführt.

Was die Insolvenz für Kunden bedeutet

Nach Einschätzung von Branchenvertretern müssen Kunden vorerst nicht mit Einschränkungen rechnen. Verträge und Garantieansprüche bleiben bei einer Übernahme von Standorten üblicherweise bestehen. Wie es mit den einzelnen Autohäusern weitergeht, wird sich jedoch erst im Verlauf des Insolvenzverfahrens zeigen.

Mehr zu Autohändlern in Mitteldeutschland

Autos stehen bei einem Händler nebeneinander.

Eine Reihe neuer Fords  vor einem Autohaus.

Autohaus Schorr in Erfurt

Mehr zur Krise in der Automobilindustrie

MDR (ahr, LFH THÜRINGEN); Welt, Business Insider, Autohaus.de, Thüringer Kfz-Landesverband, Unternehmensangaben Autohaus König Gruppe, Amtsgericht Charlottenburg/Insolvenzbekanntmachung