Ein beliebter und belebter Treffpunkt im Stadtteil ist der Langerfelder Markt. Zwischen Cafés und Geschäften finden sich hier einige eindrucksvolle Hingucker, die einen spannenden Einblick in die Geschichte des Stadtteils und ehemaligen Dorfs geben.
Neben Häusern im Bergischen Fachwerkstil und dem Kriegerdenkmal als Mittelpunkt des Platzes gibt es hier noch einen weiteren Hingucker. Vor der Alten Kirche steht nämlich ein Brunnen, der an einen Streit in Langerfeld erinnert, der sich vor mehreren Hundert Jahren zugetragen hat.
Streit wegen Wasserknappheit
vor etwa 300 Jahren
In ihrem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal: Beiträge zur Denkmal- und Stadtbildpflege des Wuppertals“ geht Ruth Meyer-Kahrweg, basierend auf alten Berichten der Westdeutschen Zeitung, des Heimatgrußes und Unterlagen im Schwelmer Stadtarchiv, auf die Entstehungsgeschichte und die Bedeutung dieses Brunnens ein.
Und diese Geschichte beginnt im Jahr 1979. Als Folge einer teilweisen Umgestaltung des östlichen Marktbereichs in Langerfeld erhielt Ulle Hees den Auftrag der städtischen Kunstkommission. Die Wuppertaler Bildhauerin und bildende Künstlerin, die 2012 im Alter von 71 Jahren verstarb, schuf in enger Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung und mit dem Heimatforscher Günther Voigt den Brunnen, der am 26. September während des Garnfestes in Langerfeld eingeweiht wurde.
Der Brunnen erinnert an die drei Fontainen im damaligen Dorf Langerfeld, um die etwa 1730 ein Streit entbrannte. Doch worum ging es dabei genau?
„Da die drei Wasserstellen, die untereinander durch Röhren verbunden waren, aus nur einer Quelle gespeist wurden, mussten für das Waschen der Wäsche jeweils bestimmte Zeiten eingehalten werden“, erklärt Meyer-Kahrweg. „Geschah dies nicht, dann floss aus den tiefer gelegenen Brunnen nur trübe Brühe, und der Streit war groß.“
Ulle Hees hielt die damalige Situation in Bronze fest. Oben am Brunnenrand wird munter gewaschen und geplanscht, das schmutzige Wasser rinnt in einer Spirale zur nächst tieferen Zapfstelle, wo die Nutzer zornig die Fäuste ballen. Die Prozessakten über diese Streitereien sind heute noch im Schwelmer Stadtarchiv im Haus Martfeld einsehbar. Es hat Montag bis Donnerstag zwischen 14 und 17.30 Uhr geöffnet, um eine telefonische Voranmeldung unter 02336 6990 wird gebeten.
Historische Wasserleitung
heute noch zu sehen
Die drei historischen Fontainen befanden sich an der Einmündung der Inselstraße in die Wilhelm-Hedtmann-Straße – heute markiert durch eine Brunnensäule – am Markt sowie am Anfang der heutigen Kurzen Straße.
Vor der Filiale der Sparkasse an der Schwelmer Straße ist heute eine Gedenktafel des Bürgervereins Langerfeld und der Stadtsparkasse Wuppertal zu finden. Sie bezieht sich auf eine historische Wasserleitung, die nach dem Abriss eines alten Fachwerkgebäudes entdeckt wurde. Diese hölzerne Leitung wurde 1734 „anlässlich eines Benutzerstreites“ erstmalig erwähnt. Die Leitung ist vor der Sparkasse in den Boden eingelassen und mit einer Glasplatte bedeckt.
Wer Interesse an Geschichte zeigt, für den lohnt es sich, bei einem Rundgang durch das historische Zentrum Langerfelds genauer hinzugucken.