Neuzugang Zakaria El Ouahdi vom Hamburger SV

AUDIO: HSV holt Vieira und El Ouahdi (1 Min)

Nach dem „Deadline Day“

Stand: 02.09.2026 13:36 Uhr

Fünf Transfers beim HSV, vier bei Werder Bremen am letzten Tag des Sommer-Transferfensters: Bei beiden Bundesliga-Nordclubs war mächtig Bewegung am Dienstag. Zum Besseren? So bewerten Datenanalysten die Kaderveränderungen bei beiden Vereinen.

von Tobias Knaack

Das Internet ist wie immer schnell – und in dem Fall im wahrsten Sinne – „bei der Hand“. Noch bevor der HSV die Verpflichtungen von Fabio Vieira, Zakaria El Ouadhi und David Möller Wolfe am sogenannten „Deadline Day“ offiziell machen konnte, wurde Claus Costa, dem Direktor Profifußball bei den Hamburgern, ein virtuelles Denkmal gesetzt.

Im Netz wurden Bilder erstellt, die – analog zu der Statue des Fußes von Club-Legende Uwe Seeler – seine Finger zeigten, die einen Stift hielten. Symbolisch für Vertragsunterschriften und die Transfers, die Costa mit eingefädelt hat.

Vorständin Sport Kathleen Krüger, Neuzugang Fabio Vieira und Sportdirketor Claus Costa vom HSV (v.l.)

Transferschluss

Die Hamburger haben wie erwartet Spielmacher Viera fest verpflichtet. Zudem haben sie am letzten Tag des Transferfensters die Verteidiger El Ouahdi und Möller Wolfe geholt.

„Starkes Zeichen für unsere Entwicklung“

Ob die drei gemeinsam mit den zuvor verpflichteten Patson Daka, Terem Moffi, Sebastiaan Bornauw oder Albert Grönbaek auch wirklich als Mannschaft funktionieren und zusammenfinden? Das werden die kommenden Wochen und Monate zeigen (müssen).

Dass sich ein Spieler wie Vieira, den die Hamburger nach der Leihe in der Vorsaison nun fest verpflichteten, „ganz bewusst für unseren Weg entschieden hat und es uns als Club bereits im zweiten Jahr nach dem Aufstieg gelungen ist, ihn fest an den HSV zu binden“, ist für die neue Sportvorständin Kathleen Krüger „alles andere als selbstverständlich und ein starkes Zeichen für unsere Entwicklung“. Auch die Stimmung im Umfeld des einstigen Bundesliga-„Dinos“ ist nach dem erneut großen Umbruch angesichts der Verpflichtungen und des Kaders, der Trainer Merlin Polzin nun zur Verfügung steht, positiv.

David Möller Wolfe

Deadline Day

Das Transferfenster für die Fußball-Profivereine in Deutschland ist geschlossen. Die Aktivitäten der Nordclubs in der Übersicht.

Costa und Co. bekommen Schulnote 1-

Die Meinung vieler Anhänger und Bewertung der Verantwortlichen deckt sich aber auch mit den Einschätzungen der Experten des Global Soccer Networks (GSN). Die stellen den Hamburgern ein gutes Zeugnis für die Transferperiode aus. Schulnote: 1-. „Der HSV hat mit Fabio Vieira, El Ouahdi, Bornauw, Daka, Moffi, Grönbaek und David Möller Wolfe nahezu jede Mannschaftslinie qualitativ verbessert.“

  • Fabio Vieira (Arsenal London)
  • David Möller Wolfe (Wolverhampton Wanderers / Leihe)
  • Albert Grönbaek (Stade Rennes)
  • Sebastiaan Bornauw (Leeds United / Leihe)
  • Zakaria El Ouadhi (KRC Genk)
  • Terem Moffi (OC Nizza)
  • Patson Daka (Leicester City)
  • Martin Adeline (ESTAC Troyes)
  • Luka Vuskovic (Leihende)
  • Ransford-Yeboah Königsdörffer (Mainz 05)
  • Robert Glatzel (VfL Wolfsburg)
  • Fabio Baldé (Racing Strasbourg)
  • Jean-Luc Dompé (Konyaspor)
  • Rayan Philippe (SC Paderborn / Leihe)

Durch die Abgänge von Luka Vuskovic (Leihende), Ransford Yeboah Königsdörffer, Robert Glatzel, Jean-Luc Dompé und Fabio Baldé seien zwar auch „viel Qualität und teilweise wichtige Rollen der Vorsaison verloren“ gegangen. Insbesondere die Festverpflichtung Vieiras (Kreativität), die Leihe Bornauws (Stabilität) und die Transfers von Daka und Moffi (Tempo und Torgefahr) aber werden sehr positiv bewertet.

GSN: HSV mit „Qualität für gesichertes Mittelfeld“

Die größten Makel: „Etwas redundant ist die Zusammenstellung im Sturm, weil mehrere Angreifer vor allem über Tiefe und Dynamik kommen.“ Zudem fehle noch ein „dominanter defensiver Sechser, der hinter den offensiven Kräften große Räume kontrollieren kann“.

Dennoch lautet das Fazit: „Der Kader ist trotz wichtiger Abgänge deutlich besser und besitzt Qualität für einen gesicherten Bundesliga-Mittelfeldplatz.“ Den Nachweis wird das Polzin-Team nach dem 0:2 zum Start in Dortmund schon ab Sonntag – dann gegen Mainz 05 (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) – antreten müssen.

Heuer Fernandes – Capaldo, Bornauw, Torunarigha – El Ouahdi, Sambi Lokonga, Remberg, Möller Wolfe – Vieira, Grönbaek – Daka

Werder: „In der Offensive neue Möglichkeiten geschaffen“

Äußerst arbeitsam waren auch die vergangenen Tage für Werder Bremens Fußball-Geschäftsführer Clemens Fritz. Alleine am Montag und Dienstag kamen in Youri Regeer, Moussa Ndiaye und Arthur noch drei Spieler, die alle zum Stammpersonal von Trainer Daniel Thioune gehören könnten. Zuvor waren unter anderem schon Niclas Füllkrug und Eren Dinkci an die Weser zurückgekehrt und Ludovit Reis – ein Spieler mit HSV-Vergangenheit – verpflichtet worden.

Niclas Füllkrug von Werder Bremen jubelt

Vor Bundesliga-Start

Die Hanseaten haben den Klassenerhalt nur knapp geschafft. Die Datenanalyse zeigt, wie weit die Transferoffensive Werder nach vorn bringt.

„Wir haben Jungs im Kader, die zwei, drei Positionen spielen können und sind auf jeder Position mindestens doppelt besetzt“, resümierte Fritz. „Dazu kommen junge Spieler, die wir entwickeln wollen. Wir wollen eine gute Kaderhygiene und wollen ihn nicht überfüllen.“

  • Niclas Füllkrug (West Ham United / Leihe)
  • Arthur (Bayer Leverkusen / Leihe)
  • Eren Dinkci (SC Freiburg / Leihe)
  • Youri Regeer (Ajax Amsterdam / Leihe)
  • Moussa Ndiaye (RSC Anderlecht / Leihe)
  • Ludovit Reis (Club Brügge)
  • Chuki (Real Valladolid)
  • Mio Backhaus (SC Freiburg)
  • Karim Coulibaly (Racing Strasbourg)
  • Romano Schmid (Frosinone Calcio)
  • Leonardo Bittencourt (Energie Cottbus)
  • Samuel Mbangula (Bologna / Leihe)
  • Cameron Puertsas (Leihende)
  • Jovan Milosevic (Leihende)

Auch wenn die langfristigen Ausfälle der Leistungsträger Jens Stage und Justin Njinmah rund um den Bundesliga-Auftakt in Freiburg (1:4) auf die Stimmung der Grün-Weißen drückten, ist Fritz sicher: „Wir haben uns in der Offensive neue Möglichkeiten geschaffen. Wir haben eine gewisse Erfahrung und nachgewiesene Qualität, dazu aber auch die Frische von jungen Spielern. Ich sehe den Kader als gut genug sowie konkurrenz- und wettbewerbsfähig.“

Werder bekommt Schulnote 2+ für Transfers

Fritz‘ Sicht der Dinge teilen die GSN-Experten weitgehend: „Werder hat mit Füllkrug, Dinkci, Reis, Chuki, Regeer, Arthur und Ndiaye Qualität und Kaderbreite deutlich erhöht.“ Einschränkend sei aber, dass „mit Romano Schmid allerdings der wichtigste kreative Spieler verloren“ gegangen sei. Zudem bleibe abzuwarten, wie sich die Abgänge von Samuel Mbangula (Leihe), Mio Backhaus, Karim Coulibaly und Leonardo Bittencourt auswirken.

Dennoch sehen die GSN-Experten das Transfergeschehen positiv: „Füllkrug gibt sofort Führung und Torgefahr, Dinkci Geschwindigkeit, während Reis und Regeer das Zentrum spielerisch verbessern.“ Am schwersten wiege, dass nach Schmids Abgang „ein kreativer Flügel- oder Halbraumspieler mit hoher individueller Chancenkreierung“ fehle. Insgesamt sei der Kader aber „breiter und qualitativ etwas besser geworden“. Das Fazit: Schulnote 2+ der GSN-Experten für Fritz und Co.

Hein – Arthur, Pieper, Friedl, Ndiaye – Regeer, Reis – Chuki, Dinkci – Füllkrug – Marco Grüll

HSV hat für GSN „größere Abgänge besser kompensiert“

Im Vergleich der beiden Nordrivalen, deren primäres Ziel jeweils eine halbwegs sorgenfreie Saison ist, geht der HSV für die Datenanalaysten als leichter Gewinner hervor, da der Club „größere Abgänge besser kompensiert und die Qualität der ersten Elf stärker erhöht“ habe. Werder habe „ebenfalls sinnvoll investiert, muss aber vor allem den Verlust von Romano Schmid auffangen“.

Bremens Trainer Daniel Thioune

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