Eine Sitzung der Hsmburgischen Bürgerschaft.

AUDIO: Büro-Leerstand beschäftigt Bürgerschaft (1 Min)

Stand: 03.09.2026 06:19 Uhr

Hamburgs Linke fordert eine Meldepflicht für leerstehende Gewerbe-Immobilien. Die öffentliche Verwaltung sollte dafür umfangreiche Daten abfragen, ein Melderegister aufbauen – und gegebenenfalls Strafsteuern erheben. Die Bürgerschaft lehnte den Antrag am Mittwoch geschlossen ab.

Sieben Prozent der Büros in Hamburg stehen leer. Laut Marco Hosemann von den Linken müsste man sie nach einem halben Jahr Leerstand zu Wohnungen umbauen. Dazu solle es ein Register geben. Und nicht nur das: „Neben einem Leerstandskataster fordern wir für Gewerbeflächen eine Leerstands-Steuer, um einen Anreiz zu schaffen, diese wieder einer Nutzung zuzuführen“, sagte Hosemann. 30 Millionen Euro könne Hamburg so einnehmen.

Das Kataster sollte laut Antrag mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Adresse, Stadtteil, Bezirk
  • Bruttogeschossfläche und vermietbare Fläche
  • Gebäudetyp, Baujahr sowie Angaben zu Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen und zum aktuellen Nutzungszustand
  • Datum, seit dem die Fläche leer steht
  • Angaben zu technischer Ausstattung, Erschließung, Belichtung und Grundrissstruktur
  • Fachliche Einschätzung der zuständigen Behörde zur Eignung für eine Umwandlung in Wohnraum

SPD: Umbau zu Wohnungen funktioniert nicht so einfach

Laut Hansjörg Schmidt (SPD) funktioniert das aber nicht. „Ein Gesetz kann keine Grundrisse verändern. Aus einem leerstehenden Bürogebäude bekommt man kaum Tageslicht ins Zentrum. Vor allem: Sie haben keine Versorgungsschächte für 50 zusätzliche Badezimmer und Küchen.“

CDU warnt vor „Bürokratiemonster“

Anke Frieling von der CDU warnt vor dem Verwaltungsaufwand: „Sie schaffen ein weiteres Bürokratiemonster und nicht eine einzige umgenutzte Büro-Immobilie.“ Die AfD hält den Linken-Antrag für Populismus.

Einzig die Grünen meinen, zumindest über eine Meldepflicht für leere Büros könne man sprechen.

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Ein leerer Flur in einem Bürogebäude.

In Hamburg stehen immer mehr Büros leer. Gründe sind die schlechte Konjunktur und das Homeoffice. Verschärft wird die Situation durch neue Bauprojekte.

Ein leerstehender Büroraum.

Zuletzt standen in Hamburg rund sechs Prozent der Büroflächen leer. SPD und Grüne suchen Wege, dort mehr Wohnungen unterzubringen.

Aufnahme des Kibek-Quartiers in Elmshorn

Die Umwandlung von leer stehende Gewerbeflächen, Büro- oder Verwaltungsgebäuden könnte auch im Norden die Wohnungsnot lindern.