Vom 4. bis 13. September 2026 findet die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen statt. Zum zweiten Mal nach 1998 wird das Turnier in Berlin ausgetragen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur WM.
Wie funktioniert der Modus?
Neben Gastgeber Deutschland haben sich 15 weitere Mannschaften für das Turnier qualifiziert. Sie treten in der Vorrunde in vier Vierergruppen an, wobei jedes Team drei Spiele absolviert. Die bestplatzierte Nation jeder Gruppe erreicht direkt das Viertelfinale.
Die Gruppenzweiten und ‑dritten spielen in einer ersten K.o.-Runde die übrigen vier Plätze für das Viertelfinale aus. Der Spielplan ist enorm eng. Die Vorrunde absolvieren die Teilnehmerinnen mit drei Spielen an vier Tagen. Insgesamt dauert das Turnier nur neun Tage, wobei die Topteams am Ende auf sechs oder sieben Einsätze kommen werden.
Wer sind die Favoritinnen?
Topfavorit ist – wie fast immer im Basketball – Team USA. Das letzte große Turnier, das die Amerikanerinnen nicht mit der Goldmedaille beendet haben, war die WM 2006. Seitdem gab es neun Triumphe bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Der Kader ist gespickt mit Superstars aus der WNBA wie Caitlin Clark.
Die US-Amerikanerin Caitlin Clark ist der wahrscheinlich größte Star bei der WM.
© Getty Images via AFP/ANDY LYONS
Die größten Konkurrentinnen sind Frankreich, das ebenfalls viele Profis aus der WNBA aufweisen kann, Australien und Europameister Belgien.
Wie stehen die Chancen des deutschen Teams?
Der deutsche Basketball erlebt in den vergangenen Jahren einen steilen Aufwärtstrend – und das nicht nur im Männerbereich. Titel hat die Nationalmannschaft der Frauen zwar noch nicht gewonnen, doch ist das Team nach Jahren in der sportlichen Bedeutungslosigkeit wieder auf hohem Niveau konkurrenzfähig. Bei den letzten Europameisterschaften reichte es zu den Plätzen sechs und fünf. In Paris nahm das DBB-Team erstmals an Olympischen Spielen teil.
Viele Spielerinnen haben vor dieser Heim-WM eine Medaille als Ziel ausgegeben. Unmöglich ist das nicht, allerdings war die Vorbereitung holprig. Die drei Testspiele gingen allesamt verloren, noch schwerer wiegt aber die Personalsituation.
Mit der Berlinerin Satou Sabally hat der größte Star aus der WNBA wegen einer Kopfverletzung abgesagt, die Teilnahme ihrer Schwester Nyara ist wegen einer Wadenverletzung noch unsicher. Leonie Fiebich, Frieda Bühner sowie Bundestrainer Olaf Lange sind erst spät in der Vorbereitung zum Team gestoßen, weil sie noch in der WNBA im Einsatz waren.
Wo wird gespielt?
1998 wurde ausschließlich in der Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg gespielt. Dieses Mal finden dort zwölf Gruppenspiele statt. Hauptaustragungsort ist allerdings die große Multifunktionsarena in Friedrichshain. Dort werden ebenfalls zwölf Vorrundenspiele sowie die gesamte K.o.-Runde ausgetragen.
Gibt es noch Tickets?
Die Spiele der deutschen Mannschaft sowie Halbfinale und Finale sind restlos oder so gut wie ausverkauft. Wie der Deutsche Basketball-Bund am Sonntag mitteilte, sind für das Turnier bereits mehr als 200.000 Tickets verkauft worden – und damit deutlich mehr als für die WM vor vier Jahren in Australien.
„Das ist wirklich richtig krass mit den 200.000 verkauften Tickets, auch dass wir damit den Rekord geknackt haben. Das zeigt, dass Berlin und Deutschland ready sind für die Basketball-WM der Frauen“, sagte Kapitänin Marie Gülich. Für die meisten anderen Begegnungen, auch von Topfavorit USA, sind noch ausreichend Karten vorhanden.
Wer überträgt im TV oder Stream?
Wie schon bei den Turnieren der Männer hat sich der Telekom-Sender Magentasport/MagentaTV das größte Rechtepaket für die Weltmeisterschaft gesichert. 23 Spiele, darunter alle Spiele der deutschen Mannschaft sowie die gesamte Finalrunde, sind live bei Magenta zu sehen. Als Expertin ist dabei auch die frühere Nationalspielerin und aktuelle DBBL-Vorsitzende Ireti Amojo im Einsatz.
Mit Pro7/Pro7Maxx überträgt jedoch auch ein klassischer Fernsehsender. So sind alle deutschen Spiele und ausgewählte Partien aus der K.o.-Runde, darunter das Finale, im Free-TV sowie über die Streamingplattform Joyn zu sehen. Die Senderaufteilung steht bereits weitgehend fest:
- 4. September, 17.45 Uhr, gegen Spanien – Pro7
- 5. September, 18 Uhr, gegen Japan – Pro7Maxx
- 7. September, 17.50 Uhr, gegen Mali – Pro7Maxx
- 8. September, ein Spiel der Zwischenrunde – Pro7Maxx
- 9. September, ein Viertelfinale – Pro7Maxx
Gibt es ein Public Viewing?
Eine große Fanmeile, wie man sie von früheren Fußball-Weltmeisterschaften kennt, gibt es nicht. Alleine schauen, muss man trotzdem nicht. Für das erste Spiel der deutschen Mannschaft gegen Spanien gibt es ein Public Viewing samt anschließendem Paneltalk im Jungen Tanzhaus in Neukölln, organisiert von „Erste wird man nicht allein“, Here to Hoop, Polar Pinguin und Türkiyemspor. Das Gespann bietet auch für das dritte Gruppenspiel gegen Mali ein gemeinsames Event an. Veranstaltungsort ist Sport 365 im Görlitzer Park.
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Für das zweite Gruppenspiel gegen Japan gibt es eine Watch Party, organisiert von „Honeyball Club“, in der Adidas Sports Base in Kreuzberg. Der Eintritt ist frei, allerdings ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Auch einige der vielen sportaffinen Bars und Kneipen werden die WM übertragen, zum Beispiel die FC Magnet Bar in Mitte, wo die ersten beiden Gruppenspiele zu sehen sein werden.
Was bietet das Rahmenprogramm?
Auf dem Vorplatz der Arena in Friedrichshain befindet sich die Fanzone, die vom Weltverband Fiba und dem DBB organisiert wird. Das genaue Programm wurde zwar noch nicht veröffentlicht, doch es wird täglich etwas los sein. Auf einem Freiplatz können Fans ihre Skills zeigen, am 12. September findet ein 3×3-Turnier für Mädchen und Frauen statt.
Auch an anderen Orten in der Stadt ist Basketball präsent. Neben den klassischen Courts, die sich auch sonst großer Beliebtheit erfreuen – wie im Monbijoupark in Mitte, im Volkspark Friedrichshain oder dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg – gibt es auch ein paar neue Freiplätze.
Mehr zur Basketball-WM bei Tagesspiegel PlusBasketball-Bundestrainer Olaf Lange im Interview „Meine Kinder weinten, weil Mama verloren hatte, während ich gerade Champion geworden war“ „Wir müssen dieses Momentum nutzen“ Liga-Chefin Ireti Amojo über die Basketball-WM in Berlin Frieda Bühner über die Trans-Debatte im Basketball „Bei dem Thema wird Hetze gegen Frauensportlerinnen gemacht“
Im Lietzenseepark in Charlottenburg wurde der Basketballplatz gerade erst wieder eröffnet und erstrahlt jetzt in den Farben der Orlando Magic von Franz Wagner. An der Kantstraße gibt es einen Pop-up-Court mit Sicht auf die Gedächtniskirche, der extra für die WM aufgebaut wurde und bis zum 30. September geöffnet ist.
Wer lieber zuschauen als selbst spielen möchte, kann in der Sömmeringhalle auf die Suche nach den Nationalspielerinnen von morgen gehen. Vom 3. bis zum 6. September spielen acht weibliche U-18-Teams von vier Kontinenten beim Next-Up-Turnier von Alba Berlin.