DFB-Pokal
Aktualisiert am 03.09.2026, 07:47 Uhr

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Jonas Urbig gilt als möglicher Neuer-Nachfolger beim FC Bayern und könnte auch in der deutschen Nationalmannschaft eine Rolle spielen. Nach dem Pokalspiel gegen Osnabrück wurde der 23-Jährige mit unangenehmen Fragen konfrontiert und reagierte deutlich.
Kaum stand er im Tor, musste er bereits hinter sich greifen. Jonas Urbig erlebte beim DFB-Pokalspiel am Mittwochabend gegen den VfL Osnabrück einen bitteren Beginn. Aus rund 30 Metern knallte ihm VfL-Spieler Robin Meißner den Ball im hohen Bogen ins lange Eck. Urbig stand weit vor dem Tor und konnte das Gegentor in der 5. Minute daher nicht verhindern.
Als der 23-Jährige nach Spielende von Journalisten gefragt wurde, ob das ein Torwartfehler gewesen sei, reagierte er verständnislos. „Warst du mal Torwart?“ stellte er als Gegenfrage und setzte zur Erklärung an: „Er schießt, dann rutscht der Ball so ein bisschen ab und schlägt im Winkel ein. Ich bin normalerweise sehr, sehr selbstkritisch. Aber Gratulation an ihn. Der war schon unhaltbar.“
Der Gegentreffer fiel nicht weiter ins Gewicht, weil der FC Bayern das Spiel durch die Treffer von Harry Kane (18.), Tom Bischof (24.), Michael Olise (73.) und erneut Kane (86., Elfmeter) drehte. Klar ist aber dennoch: Urbig steht auf dem Prüfstein – sowohl beim FC Bayern als auch bei der deutschen Nationalmannschaft.
Manuel Neuer deutete Karriereende an
Ende Juli kündigte Manuel Neuer an, dass die laufende Spielzeit die letzte Saison seiner Karriere sein könnte. „Es sieht schon stark danach aus, dass ich aufhöre“, sagte der 40-Jährige. Urbig gilt als potenzieller Nachfolger, muss dieser Rolle allerdings auch gerecht werden können. Dafür soll er regelmäßig seine Einsätze bekommen.
Auf wie viel Einsatzzeit er hofft, ließ er sich nicht entlocken. „Ich habe mir das Ziel gesetzt, für jedes Spiel gesund und verfügbar zu sein. Die Menge der Spiele sieht man dann im Verlauf der Saison“, so Urbig. „Letzte Saison sind es 20 Spiele geworden. Aber eine konkrete Zahl habe ich mir nicht vorgenommen. Es geht eher darum, dass wir alle im Torwartteam gesund bleiben und der Trainer immer entscheiden kann, welchen Torwart er aufstellt.“
Noch bevor Urbig möglicherweise die Nachfolge von Neuer antritt, könnte er sich im Kreis der Nationalmannschaft etablieren. Ende März wurde Urbig erstmals von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann für die deutsche Nationalmannschaft nominiert, musste allerdings verletzt abreisen. Auch bei der Weltmeisterschaft 2026 reiste Urbig mit nach Nordamerika und trainierte mit der Mannschaft, war allerdings kein offizieller Teil des WM-Kaders.
Die Nationalmannschafts-Debatte
Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp nahm bereits Kontakt mit Urbig auf. „Es war ein gutes Gespräch“, verriet Urbig nach dem Pokalspiel gegenüber „Sport1„. Allzu sehr ins Detail wollte er allerdings nicht gehen: „Das ist kein Thema für jetzt nach dem Spiel, gerade hinsichtlich des schweren Spiels auf Schalke. Das wird erst Thema in ein paar Wochen, wenn die Kaderbekanntgabe ansteht.“
Doch ist es überhaupt sinnvoll, einen Bundesliga-Ersatztorwart zum Nationalspieler zu machen? Die Meinungen gehen auseinander. Der frühere Bayern-Spieler Thomas Helmer äußerte sich bei „Sport1“ skeptisch: „Da ist die Frage, wie viel Spielzeit er wirklich bekommt unter Vincent Kompany. Jetzt mal nur ein Pokalspiel gegen Osnabrück – und das meine ich gar nicht despektierlich – wird sicher nicht reichen.“
Helmer findet: „Auf der Torwartposition brauchst du jemanden, der permanent spielt.“ Lothar Matthäus hingegen sagte im Juli in der „Bild“ über das DFB-Team: „Bei Urbig sehe ich große Chancen. Er wird mehr Einsatzzeiten bekommen in München.“
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Genervt von Fragen über Neuer
Dennoch steht Urbig weiterhin im Schatten von Neuer, wie sich auch nach dem Spiel in Osnabrück zeigte. Gleich zweimal wurde er in der Mixed Zone von Reportern gefragt, wie Torwart-Kollege Manuel Neuer wohl auf das Auswärtsspiel bei dessen Ex-Verein FC Schalke 04 blickt.
Antwortete Urbig bei der ersten Frage noch ausweichend, stellte er bei der erneuten Nachfrage klar: „Da müssen sie am besten ihn fragen, wie er das Spiel und das Thema mit Schalke sieht. Da kann ich leider keinen Einblick geben. Ich bin nicht der Manuel.“ Allein dieser Satz zeigt, dass der Weg aus dessen Schatten noch lang ist.
Verwendete Quellen
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