Klavierbauer-Azubi, DJ, Stadtaffe
Dieser Musiker setzte Berlin ein Denkmal – jetzt wird er 55
Aktualisiert am 03.09.2026 – 09:41 UhrLesedauer: 3 Min.
Sänger Peter Fox bei einem Konzert (Archivbild): Am 3. September wird der Berlin 55 Jahre alt. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)
Vorlesen
Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00
1xArtikel teilen
Drei Worte reichten, um Berlin unsterblich zu machen. Peter Fox bleibt der Stadt treu, an die er nie eine Liebeserklärung richtete – oder vielleicht doch.
„Guten Morgen, Berlin“ – mit diesen drei Worten beginnt einer der bekanntesten Songs über die Hauptstadt. Darin ist Berlin keine Postkartenkulisse, sondern eine Stadt nach einer durchfeierten Nacht: dreckig, grau und voller Widersprüche. Der Mann, der seine Heimatstadt so ungeschönt besungen hat, wird am 3. September 55 Jahre alt: Peter Fox.
Geboren wurde der Musiker 1971 als Pierre Baigorry in West-Berlin. Seine Geschichte begann nicht in den Clubs von Kreuzberg, die später in seinen Songs auftauchten, sondern im beschaulichen Südwesten der Stadt. Fox wuchs in Schönow auf, einem Teil des heutigen Lichterfelde-West. Dort erhielt er Klavierunterricht und spielte im Posaunenchor.
Empfohlener externer InhaltYoutube
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Youtube-Inhalte immer anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.
Er besuchte zeitweise das Französische Gymnasium in Tiergarten und machte später am Goethe-Gymnasium in Lichterfelde Abitur. Danach begann er beim Berliner Klavierhersteller Bechstein eine Ausbildung zum Klavierbauer, brach sie jedoch ab. Er arbeitete in Plattenläden, legte als DJ auf und spielte in mehreren Bands.
Mit Seeed gelingt Peter Fox der Durchbruch
Der Erfolg kam Ende der 1990er-Jahre. Gemeinsam mit weiteren Berliner Musikern gründete Fox die Band Seeed. Die Gruppe verband Reggae und Dancehall mit deutschen Texten, Bläsern und Geschichten aus der Großstadt. Bereits der Bandname verwies auf die Herkunft: Die drei „e“ standen ursprünglich für die damaligen Sänger Enuff, Ear und Eased. Fox trat zu dieser Zeit noch unter dem Namen Enuff auf.
Seinen späteren Künstlernamen verdankt er nach eigener Darstellung dem jamaikanischen Musiker Black Kappa. Dieser habe ihn wegen seiner roten Haare „Foxi“ genannt. Daraus wurde Peter Fox.
- Teddybär, Pommes und Müll: Berliner Autorin über Selbstfindung in der Hauptstadt
Seeed sang über Berlin, ohne sich auf die üblichen Klischees zu beschränken. In „Dickes B“ wurde die Hauptstadt selbst zur Hauptfigur. Die Band machte einen Sound populär, der international klang und dennoch eng mit Berlin verbunden blieb.
„Stadtaffe“ – ein Album zwischen Aufbruch und Erschöpfung
2008 veröffentlichte Fox sein erstes Soloalbum „Stadtaffe“. Es brachte Orchestermusik, Hip-Hop und Dancehall zusammen – unterlegt mit wuchtigen Trommeln. Die Texte handelten von Aufbruch, Erschöpfung, Größenwahn und dem Wunsch, der Stadt zeitweise zu entkommen. Das Album erreichte später Platz eins der deutschen Charts.
