
Stand: 03.09.2026 09:13 Uhr
Er ist nicht nur niedriger geworden, sondern jetzt auch namenlos: der bisherige Pillewizer in den Salzburger Alpen. Der Berggipfel trägt nämlich den Namen eines NSDAP-Mitgliedes, das auch in Hannover tätig war – und soll nun unbenannt bleiben.

Wurde demontiert: Diese Gedenktafel hängt nicht mehr am nun namenlosen Berg.
Als 1988 die Gedenktafel hoch oben auf dem Pillewizer angebracht wird, spricht niemand über den Hintergrund des Namensgebers. Wolfgang Pillewizer (1911 – 1999) ist österreichischer Gletscherforscher und Kartograf und bei der Bennenung des Gipfels nach ihm selbst dabei. Aber er war eben auch bereits seit 1932 Mitglied der NSDAP und später Truppenführer in der SA. In dieser Zeit war Pillewizer in Hannover aktiv: Ende der 1930er Jahre war er Dozent für Geografie und Kartografie an der Hochschule Hannover. Von hier aus ging er auch auf Expeditionen nach Norwegen.
Alpenverein deckt Hintergrund auf
Der zuständige Alpenverein Salzburg arbeitet gerade daran, Personen, die Mitgestalter des damaligen Regimes waren, nicht länger ehrenhaft in Erinnerung zu halten. So kamen sie durch Recherchen auf Wolfgang Pillewizer. Sie sind überzeugt, dass der Forscher damals „an der Umsetzung der menschenverachtenden, rassistischen Ideologie des NS-Regimes“ beteiligt war. Inzwischen wurde Pillewizers Namensplakette am Gipfel entfernt.
Pillewizer-Gipfel war ohnehin Mogelpackung

Hier befindet sich die nun namenlose Erhebung in den Salzburger Alpen.
Nicht nur den Namen hat der Gipfel nicht mehr. Auch seine Höhe wurde korrigiert. Laut des Alpenvereins war der Berg nie 3.000 Meter hoch. Als der Gipfel 1988 nach Wolfgang Pillewizer benannt wurde, haben seine Unterstützer offenbar zudem Steine mit nach oben geschleppt, um ihn von 2.999 auf 3.000 Meter künstlich zu erhöhen. Der Salzburger Alpenverein wünscht sich deswegen, dass Bergsteiger in Zukunft Steine mit vom Gipfel abtragen. Damit angefangen haben sie bereits. Eine Umbennenung des Gipfels kam für den Salzburger Alpenverein nicht infrage. Der Berg hatte vor seiner Bennenung keinen Namen und man wolle zudem vermeiden, den Gipfel erneut nach einer Person zu benennen, heißt es vom Alpenverein.

Arend Lang wurde 1976 mit der Ubbo-Emmius-Medaille geehrt – Ostfrieslands höchster Auszeichnung. Seine Nazi-Vergangenheit spielte dabei keine Rolle. Bis jetzt.

Telschow war Gauleiter von Ost-Hannover. Das Stadtarchiv Lüneburg hat das Tagebuch untersucht und für echt befunden.