Stand: 02.09.2026 20:15 Uhr
Im vergangenen März hatte ein Mann in Bordesholm mit einer Armbrust auf seinen Vermieter geschossen. Am Mittwoch hat ihn das Landgericht Kiel zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Verurteilte hatte die Tat bereits gestanden.
Wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung ist am Mittwoch ein 37-jähriger Mann vor dem Landgericht Kiel zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er muss außerdem 50.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen.
Im vergangenen März hatte der Verurteilte in Bordesholm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) mit einer Armbrust auf seinen damaligen Vermieter geschossen und ihn lebensgefährlich verletzt. Der 37-Jährige hatte die Tat bereits bei seiner Festnahme gestanden.
Psychische Erkrankung nicht ausgeschlossen
Laut der Richter litt der Verurteilte unter Halluzinationen – auch eine psychische Erkrankung konnte demnach nicht ausgeschlossen werden. Das sahen die Richter als strafmildernd an.
Bei dem Prozess war es entsprechend auch um die Frage gegangen, ob der Angeklagte an einer autistischen Störung leidet. Eine Gutachterin bestätigte eine frühere Diagnose dazu jedoch nicht. Deswegen hat der Verteidiger des Angeklagten angekündigt, in Revision zu gehen.
Mit Armbrust im Anschlag an der Haustür
Vor der Tat soll dem Angeklagten die Wohnung gekündigt worden sein. Darüber regte sich der 37-Jährige laut Staatsanwaltschaft so sehr auf, dass er seinen Vermieter töten wollte. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, er habe „eine Krise“ gehabt – aufgrund von finanziellen Problemen und Streitereien mit seinem Vermieter, etwa wegen lärmender Nachbarn oder nicht angebrachter Feuermelder.
Nachdem der Vermieter ihm die Wohnung fristlos gekündigt hatte, fuhr der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft an einem Abend im März zum Wohnhaus des 73-jährigen Mannes – in der „heimtückischen“ Absicht, den Vermieter mit einer Armbrust zu töten. Er habe geklingelt und auf der gegenüberliegenden Straßenseite gewartet, bis sich die Tür öffnete. Von dort aus soll der Mieter nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf den Senior geschossen und ihn in die rechte Brust getroffen haben.
Opfer lag mehrere Wochen auf der Intensivstation
Danach flüchtete der Schütze, konnte aber später von Polizisten festgenommen werden. Auch die Armbrust wurde bei ihm gefunden. Kurz darauf wurde Haftbefehl erlassen. Der Bolzen der Armbrust hatte den rechten Lungenflügel des Vermieters durchbohrt. Er musste notoperiert werden und lag rund vier Wochen auf der Intensivstation – ein Teil der Lunge musste entfernt werden, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Im März soll der Mann mit einer Armbrust auf seinen Vermieter geschossen haben. Vor Gericht wurde ein Gutachten zu seiner Schuldfähigkeit vorgestellt.

Der Angeklagte soll im März diesen Jahres mit einer Armbrust auf seinen Vermieter geschossen und ihn schwer verletzt haben.

In Bordesholm wurde ein Mann mit einer Armbrust schwer verletzt. Gegen den 37-jährigen Täter wurde ein Haftbefehl erlassen.