Die Stadt will den Hitzeschutz an Schulen weiter verbessern. „Wir planen ein neues Austauschformat, zu dem bereits alle Schulleitungen eingeladen wurden“, sagt Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung. Denn ein hundertprozentiger Schutz vor extremen Außentemperaturen könne nicht allein durch bauliche Mittel erreicht werden. Deshalb sei es wichtig, im direkten Gespräch auch organisatorische Maßnahmen im täglichen Schulbetrieb in den Blick zu nehmen.
Kostenpflichtiger Inhalt Tatsächlich hatte die Hitze in diesem Sommer die Düsseldorfer Schulgemeinden herausgefordert. Eine Reihe der insgesamt 180 Standorte gab an verschiedenen Tagen „hitzefrei“, die Schüler der Primarstufe und der Sekundarstufe konnten dann am frühen Mittag nach Hause gehen. Die Betreuung jüngerer Kinder im Ganztag blieb dennoch gewährleistet. Auf dem Höhepunkt der Hitzewelle mit Prognosen bis zu 39 Grad gaben einige Schulleiter auch gleich für mehrere Tage hitzefrei, was gelegentlich zu Nachfragen von Eltern geführt hatte.
Hitzeschutz ist an den Düsseldorfer Schulen kein neues Thema. „Jedes Gebäude entspricht mindestens dem Stand der Technik des jeweiligen Bau- oder Sanierungszeitpunkts“, betonte Wandt im Schulausschuss. Hier hatte die Fraktion SPD/Volt mit einer ausführlichen Anfrage nachgehakt. Die Amtsleiterin erläuterte, man habe mit Anpassungsmaßnahmen auf die Klimaveränderung der vergangenen Jahre reagiert. Dabei liege der Fokus auf einer schrittweisen Verbesserung der energetischen Gebäudedämmung, auf Verschattungen, zeitgemäßen Sonnenschutzsystemen und optimierten Lüftungssystemen. Grenzen setzten hierbei die baulichen Gegebenheiten sowie die für Schulbau und Schulsanierung zur Verfügung stehenden Budgets.
Hakim El Ghazali, Vize-Vorsitzender der SPD-Volt-Fraktion, hakte im Ausschuss nach. Er wollte wissen, ob nach den Erfahrungen dieses Sommers mehr Hitzeschutz-Folien als kurzfristige Maßnahme möglich seien. „Was im Rahmen des Masterplans Schulen geht, machen wir“, antwortete Wandt. Klar sei, dass auch solche Folien am Ende finanziert werden müssten. Bislang habe man an einzelnen Standorten damit gearbeitet und „gute Ergebnisse erzielt“. Eine zentrale Rolle spiele im Gesamtkonzept zudem die Entsiegelung und Verschattung von Schulhöfen. Hierfür nutze die Stadt teilweise auch Fördermittel, die Bund, Land, EU und die Kreditanstalt für Wiederaufbau bereitstellten. Als Beispiel nannte die Amtsleiterin den Hof der katholischen St.-Benedikt-Hauptschule in Stadtmitte, der vom Landesprogramm „Coole Schulhöfe“ profitiere.
Die Fördersumme decke jedoch nur einen marginalen Teil der erforderlichen Gesamtinvestition und werde als Teilprojekt in eine umfassendere Neugestaltung eingebunden. Im Rahmen der EU-Förderung „Klimaanpassung.Kommunen.NRW“ habe man zudem einen Antrag für Sonnenschutz am Heinrich-Hertz-Berufskolleg eingereicht.
Einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung an Schulen leistet nach Angaben der Stadt auch die Bürgerstiftung Düsseldorf. Sie hatte 2021 500.000 Euro für die Entsiegelung von Schulhöfen zugesichert. Diese Förderung sei dann durch die Deutsche Postcode Lotterie im Rahmen des „Traumtaler“-Programms ermöglicht worden, das herausragende lokale Projekte unterstützte. Bis 2024 wurden laut Stadt insgesamt rund 384.000 Euro für Entsiegelungsmaßnahmen an sieben Schulstandorten (Graf-Recke-Straße 95,
Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße, Stettiner Straße, Siegburger Straße 39, Kempgensweg, Bachstraße und Sonnenstraße) investiert. Die verbleibenden Mittel in Höhe von fast 116.000 Euro sollen in diesem Jahr für die Umgestaltung des Schulhofes der Gemeinschaftsgrundschule Helmholtzstraße verausgabt werden.
Auf ein Dilemma machte im Ausschuss Bürgermeisterin Clara Gerlach (Grüne) aufmerksam. Sie bemerkte, dass man bei diesem Thema häufiger hinterherhinke: „Am Ende setzen wir ja meist das um, was vor ein paar Jahren der Stand der Dinge war und müssen immer wieder nachbessern.“ Man müsse aufpassen, dass man „am Ende nicht Schulhöfe entsiegele, die man gerade erst gebaut hat“. Wandt bemerkte dazu, dass es sich nicht immer vermeiden lasse, weiterführende Maßnahmen, wie beispielsweise Sonnensegel, erst nachträglich auf den Weg zu bringen.