An Borussias Trainingseinheiten der vergangenen Tage nahm Tomas Cvancara schon nicht mehr teil. Der Stürmer, der keine Rolle mehr in den Planungen von Trainer Eugen Polanski spielt, durfte sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber begeben. Und hat nun Erfolg gehabt.
Am Donnerstag vermeldete Borussia, dass der tschechische Erstligist FC Hradec Kralove den Angreifer für ein Jahr ausleiht. Es handelt sich dabei um eine Leihe ohne Kaufoption, der Medizincheck ging am Donnerstag über die Bühne.
„Wir haben klar kommuniziert, dass er in dieser Saison in unseren Kaderplanungen keine Rolle spielt. Wir hoffen, dass es ihm nun hilft, dass er in einem bekannten Umfeld in seiner Heimat sportlich wieder zurück in die Spur findet. Für diesen Schritt hat auch Tomas ein großes Interesse gezeigt“, sagte Sportchef Rouven Schröder.
Am Dienstag schloss mit dem Deadline Day zwar das Transferfenster für die europäischen Top-Ligen, in Tschechien sind jedoch Transfers noch bis zum 8. September möglich. In den vergangenen Tagen war der 26-Jährige auch mit dem dänischen Erstligisten Aarhus GF in Verbindung gebracht worden. Nun geht es aber zurück in die tschechische Heimat.
Borussia verkleinert damit den Kader, der durch die Verpflichtung von Nicolas Kühn am Deadline Day angewachsen war, wieder etwas.
Cvancara war 2023 für 10,5 Millionen Euro von Sparta Prag zur Borussia gekommen und galt als Toptransfer für die Offensive.
Doch nach gutem Beginn tat sich Cvancara auf seiner ersten Auslandsstation schwer und konnte den Erwartungen nicht mehr gerecht werden.
Schon in der vergangenen Saison war der Tscheche zweimal verliehen. Die erste Leihe brach er vorzeitig ab, nachdem Gehaltszahlungen bei Antalyaspor ausgeblieben waren.
Im Winter transferierte ihn der neue Sportchef Rouven Schröder zu Celtic Glasgow, doch nach einem hoffnungsvollen Start konnte der Angreifer auch auf der Insel nicht überzeugen, zudem kehrte er mit einer Adduktorenverletzung zurück nach Gladbach. Bei der Borussia hat Cvancara noch einen Vertrag bis zum Sommer 2028.
Der Marktwert des Tschechen ist inzwischen auf zwei Millionen Euro abgesackt. Für einen Verkauf gab es dennoch angesichts seines Gehalts und seiner Leistungen in den vergangenen Jahren keinen Markt.
Die Gladbacher Verantwortlichen werden hoffen, dass Cvancara in seiner Heimat wieder zu der Form zurückfindet, in der er einst für den Klub erst interessant wurde.
„Er braucht Spielzeit, braucht Tore und muss wieder ein Grundgefühl entwickeln. Von daher wünschen wir ihm eine sorgenfreie Saison und Verletzungsfreiheit, damit er sein vorhandenes Potenzial auch zeigen kann“, sagte Schröder.
In Jonas Omlin, Nathan Ngoumou und Gio Reyna hat Schröder bereits Großverdiener abgegeben, klappt der Cvancara-Deal, dürften da auch zumindest Teile des Salärs des Stürmers wegfallen für die diese Saison.
Für den Moment geht für Gladbach es auch eine Entlastung des eigenen Haushalts.