Strandszene in Kampen auf der Nordseeinsel Sylt.

AUDIO: Nachrichten 14:00 Uhr – 03.09.2026 (4 Min)

Stand: 03.09.2026 16:31 Uhr

Der Tourismus in Schleswig-Holstein ist im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Die Tourismus-Agentur spricht erneut vom besten Halbjahresergebnis, kritisiert aber Last-Minute-Buchungen.

von Ezgi Demirbaş

Schleswig-Holstein bleibt bei Touristinnen und Touristen beliebt. Aktuellen Zahlen des Statistikamtes Nord zufolge kamen im ersten Halbjahr 2026 rund 4,276 Millionen Gäste ins Land. Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Übernachtungen stieg um 0,4 Prozent auf 15,821 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 3,7 Tagen unverändert. Die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) spricht erneut vom besten Halbjahresergebnis.

Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich auf Platz 6

Deutschland bleibt ein beliebtes Urlaubsland. Die Zahl der Übernachtungen stieg laut Statistischem Bundesamt im ersten Halbjahr um durchschnittlich 0,3 Prozent an. Im Bundesländervergleich liegt Schleswig-Holstein bei den Übernachtungen auf Platz sechs – hinter Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen.

Ostsee legt zu, Nordsee verliert leicht

Regional entwickelte sich der Tourismus laut Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein unterschiedlich: An der Ostsee und im Binnenland legten die Übernachtungen leicht zu, an der Nordsee gingen sie um ein Prozent zurück. Besonders schwach war der Juni: Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 4,9 Prozent weniger Übernachtungen gezählt. Die TA.SH führt den schwachen Juni unter anderem auf Unwetter sowie fehlende Ferien- und Feiertage zurück.

Ein VW-Bus Camper bei Sonnenuntergang.

Urlaub im Camper oder Zelt bleibt gefragt. Auch wenn die Preise weiter steigen, Camping bleibt in SH vergleichsweise günstig.

Weniger Gäste aus Dänemark in SH – viele aus NRW

Insgesamt kamen nur knapp fünf Prozent der Gäste aus dem Ausland nach Schleswig-Holstein, auch der wichtige Auslandsmarkt Dänemark entwickelte sich schwach. Die Zahl der Übernachtungen dänischer Gäste lag 8,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Claus Ruhe Madsen auf einer Pressekonferenz zum Thema Tourismus in SH.

Bei der Vorstellung der Tourismus-Zahlen erklärte Minister Claus Ruhe Madsen (CDU): „Wir setzen uns immer wieder für den Qualitätstourismus ein.“

Der Geschäftsführer der Tourismus-Agentur, Stefan Borgmann, stellt fest, dass ein wachsender Teil der Schleswig-Holstein-Urlauber aus dem eigenen Land kommen. Ein Grund könnten die hohen Kraftstoffpreise sein, so Borgmann. Die im Vergleich meisten Gäste kommen aus Nordrhein-Westfalen.

Kurzfristige Buchungen machen Betrieben zu schaffen

Die Branche insgesamt beschäftigt vor allem das veränderte Buchungsverhalten. Nach Angaben der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein buchen Gäste immer kurzfristiger, teilweise sogar erst auf dem Weg in den Urlaub. Wetter-Apps und digitale Echtzeitinformationen verstärkten diesen Trend. Für die Betriebe sinke dadurch die Planungssicherheit, kritisiert TA.SH-Geschäftsführer Borgmann.

Weitere Probleme der Betriebe: hohe Kraftstoff- und Lebenshaltungskosten, steigende Betriebskosten und der Arbeitskräftemangel.

Optimistischer Blick auf das Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr zeigt sich die TA.SH dennoch optimistisch. Einer Branchenumfrage zufolge lag die Auslastung im Hauptferienzeitraum im Sommer bei 80 bis 90 Prozent. Die Übernachtungszahlen lagen vielerorts auf Vorjahresniveau oder darüber. Deshalb habe 2026 gute Chancen, erneut ein Wachstumsjahr zu werden. Tourismusminister Claus Ruhe Madsen (CDU) nennt das Halbjahresergebnis ein gutes Signal für den weiteren Jahresverlauf.

Beine einer Person in einem Strandkorb an einem Strand in St. Peter-Ording bei sonnigem Wetter.

Hotels und Ferienwohnungen sind ganz gut gebucht, doch im Urlaub sparen die Gäste. Das hat Folgen für die Gastronomie.

Strandkörbe stehen am Strand von Sylt.

Die Konflikte im Nahen Osten sowie die wirtschaftliche Lage bringen den Tourismus trotz neuer Rekordzahlen leicht ins Wanken.

Ein Paar sitzt vor einem Wohnmobil

Zehn Plätze aus Schleswig-Holstein gehören zu Europas meistgesuchten Campingplätzen im ADAC-Portal. Besonders beliebt: Ostholstein.