Bernhard Esser erzählt Jugendlichen seit Jahrzehnten die Geschichten seiner Familie im Zweiten Weltkrieg, nun auch in einem Roman. In diesen Tagen ist er voller Sorge.

3. September 2026, 18:17 Uhr

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Artikelzusammenfassung

Bernhard Esser bewahrt die Geschichte seiner Familie gegen das Vergessen. Der 82-Jährige aus Hamburg erzählt seit mehr als 30 Jahren in Schulen und in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme vom Widerstand seiner Großmutter Elsa gegen die Nationalsozialisten, von der Ermordung seines Onkels im KZ Fuhlsbüttel und von den Folgen der Verfolgung für seine Familie. Dafür hat er Urkunden, Briefe, Fotos und Tagebücher ausgewertet und dabei auch Dokumente gefunden, die zeigen, wie tief die NS-Ideologie in den Alltag eingriff. Aus diesen Recherchen entstand gemeinsam mit Stefanie Taschinski der Kinderroman „Die Mutsammlerin“, obwohl Esser wegen der intimen Familienzeugnisse zunächst zögerte. Heute warnt Esser mit Blick auf den Erfolg rechter Parteien vor alten Denkmustern, arbeitet weiter an seiner Familienchronik und sieht sein Engagement als Pflicht gegenüber Kindern, Enkeln und der Erinnerung an seine Großmutter.

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Erinnerungskultur Nationalsozialismus: Bernhard Esser, 82, lebt in Hamburg-Wandsbek

Bernhard Esser, 82, lebt in Hamburg-Wandsbek
© Franziska Lange/​DIE ZEIT

Bernhard Esser ist im Hamburger Schanzenviertel aufgewachsen. Er kennt dort jeden Straßennamen und spricht mit unverkennbar norddeutschem Tonfall. Der 82-Jährige ist also ein Hamburger Jung – wäre da nicht dieses eine Detail. Im Jahr 1944, als seine Mutter hochschwanger war, wurde sie zum Schutz vor Bombenangriffen in die Lüneburger Heide gebracht. Der Geburtsort von Bernhard Esser ist deswegen nicht Hamburg, sondern Schneverdingen. »Berni, du bist ein Budenhamburger!«, necken ihn seine Freunde. »Du bist außerhalb der Stadt geboren!«

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Diese Fragen beantwortet der Artikel:

  • Wie hält Bernhard Esser die Geschichte seiner Familie aus der NS-Zeit lebendig?
  • Warum sieht Esser in aktuellen rechten Parolen Parallelen zur Vergangenheit?