Eine Junge Frau auf dem Kinderrechte Gipfel.

AUDIO: Nachrichten 13:00 Uhr – 03.09.2026 (4 Min)

Stand: 03.09.2026 15:59 Uhr

1.500 Kinder- und Jugendliche haben sich beim Kinderrechtegipfel in Kiel Anfang Juni getroffen. Dabei hat der Gipfel auch große Themen angefasst wie Schutz vor Gewalt und Recht auf Mitbestimmung. Was nun gefordert wird.

von Uwe Jahn

So etwas hat es bundesweit noch nicht gegeben: Der Kinderrechtegipfel des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein Anfang Juni sei eine Premiere gewesen, erzählt Sophia Schiebe, die Vorsitzende des Landesverbandes, heute bei der Vorstellung der Ergebnisse in Kiel.

1.500 Kinder und Jugendliche konnten beim Gipfel ihre Ideen einbringen, so Schiebe. Daraus seien unter anderem mehrere Theaterstücke und ein Podcast entstanden. Außerdem hätten die Kinder Symbole für Kinderrechte gemalt, die ihnen besonders wichtig gewesen seien.

Beispiel: Schutz vor Gewalt

Die elfjährige Ida zum Beispiel hat eine Wolke gemalt. Die Wolke hält ein Plakat hoch, auf dem eine rot durchgestrichene Faust zu sehen ist. Ida geht in die sechste Klasse des Hans-Geiger-Gymnasiums in Kiel-Gaarden. Sie sagt bei der Vorstellung, dass der Schutz vor Gewalt ihr „Lieblings-Kinderrecht“ sei. Im Unterricht sei gerade Respekt ein Thema – das findet Ida ebenfalls sehr wichtig, sagt sie. Auch auf dem Schulhof.

Man bekommt ja oft mit, dass Gewalt passiert und ich finde es eine schlimme Vorstellung, dass man als Kind geschlagen wird. Das finde ich total unfair. Es gibt einfach keinen Grund dafür, anderen so etwas anzutun.

Ida (11 Jahre), Hans-Geiger-Gymnasium

Ida, 11 Jahre, vom Hans-Geiger-Gymnasium sitzt mit einem Plakat auf dem Boden.

Ida, 11 Jahre, findet, dass die Älteren nicht alles bestimmen können, bloß weil sie älter sind.

Das Recht auf Schutz vor Gewalt und Misshandlung ist in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben – als eines von vielen Rechten. Beim Kinderrechtegipfel ist es nach Angaben der Organisatoren auch darum gegangen, Kindern und Eltern mit den Rechten aus dieser Konvention vertraut zu machen.

Rechte, die Kinder kennen sollten

Welches Kind zum Beispiel weiß, dass es laut UN ein Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung hat? Und ein Recht auf Information, auf Bildung, auf Gesundheit oder ein Recht auf politische Mitbestimmung?

Der Kinderschutzbund SH kümmert sich auch um die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die sich in ihren Rechten beschnitten oder missachtet fühlen. So hilft die Nummer gegen Kummer telefonisch von Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr unter der 116 111. Anonym und kostenlos.

Organisatoren wünschen sich weiteren Kinderrechtegipfel

Eineinhalb Jahre hat der Kinderschutzbund mit Kindern und Jugendlichen an der Vorbereitung des Kinderrechtegipfels gearbeitet. Ergebnisoffen, wie es heißt. Die Kinder durften, so sagen sie es bei der Pressekonferenz im Landeshaus, wirklich mitbestimmen. Das habe ihnen gefallen.

Ob es einen zweiten Kinderrechtegipfel geben soll, ist noch offen. Die Beteiligten wünschen sich das aber, sagen sie. Auch Kinderschutzpräsidentin Sophia Schiebe befürwortet die Idee, denn: „Kinder wachsen nach, es gibt immer neue Kinder, die ihre Rechte kennenlernen sollten.“ Die beteiligten Kinder wünschen sich außerdem nach eigenen Angaben, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden.

Ein Kind mit langen Haaren öffnet eine Tür an einem Haus aus Pappe.

Kinder und Jugendliche beschäftigen sich mit Themen wie Mobbing, Diskriminierung und dem Recht auf Privatsphäre.

Eine Gruppe von Menschen demonstrieren für Kinderrechte.

Gestaltet ist der Platz ganz nach den Vorstellungen der Kinder: in der Stadt, mit WLAN und einer Bank zum Chillen.

Ein Plakat zum Thema Kinder haben Rechte hängt an einem Zaun.

Beim bundesweit ersten Kinderrechte-Gipfel sollten Kinder mehr über ihre Rechte erfahren – durch Workshops und Theater.