
Stand: 03.09.2026 17:43 Uhr
Beschäftigte der Braunschweiger Klinikdienste haben am Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Sie ringen um einen besseren Tarifvertrag bei der hundertprozentigen Tochter des städtischen Klinikums.
Anders als ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege sind Beschäftigte des Tochterunternehmens laut der Gewerkschaft Ver.di bislang nicht Teil des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes (TVöD). Sie reinigen Betten, Zimmer und Operationssäle, transportieren Medikamente, versorgen Patientinnen und Patienten – für oft 15 Euro pro Stunde, wie Ver.di erklärte. An der Demonstration am Donnerstag beteiligten sich rund 100 Beschäftigte. Man wisse nicht, wie man das Auto volltanken, die Miete bezahlen oder am Monatsende den Kühlschrank auffülle solle, schilderte einer von ihnen.
Ver.di fordert Aufnahme in den TVÖD
Ver.di fordert in den laufenden Tarifgesprächen für die insgesamt rund 800 Mitarbeitenden eine stufenweise Aufnahme in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Laut Gewerkschaft würden sie dann bis zu 800 Euro im Monat mehr verdienen. Das Städtische Klinikum habe eine für Freitag geplante nächste Tarifrunde kurzfristig abgesagt, so ver.di. Die Klinikdienste-Beschäftigte reinigen in Braunschweig auch Schulen, Kindergärten und das Rathaus. Außerdem sind sie für Transportdienste zuständig.
Klinikum Braunschweig: Können Kosten nicht ausgleichen
Das Städtische Klinikum Braunschweig hatte bereits Ende August erklärt, es bedauere den Warnstreik. Man habe in den Sondierungsgesprächen mit der Gewerkschaft ein Gegenangebot unterbreitet – im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens. Derzeit würden die Klinkdienste-Beschäftigte nach dem branchenüblichen Rahmentarifvertrag für Gebäudereiniger bezahlt. Eine Vergütung nach TVöD ist nach Ansicht der Klinikum Braunschweig Klinikdienste GmbH aus Kostengründen nicht möglich.

Die rot-grüne Landesregierung stimmte einem entsprechenden Entwurf jetzt zu. Das Klinikum Braunschweig erhält den größten Anteil.

Das Krankenhaus im Stadtteil Bad steckt seit dem Frühjahr in einem Insolvenzverfahren. Die Zukunft ist ungewiss.