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Gelsenkirchen (NRW) – In einer Wohnung wurde eine junge Frau (19) mit einem Messer attackiert. Der mutmaßliche Täter: Ihr eigener Vater (47). Mehrfach soll er laut Polizei auf sie eingestochen und sie schwer verletzt haben.
Am Mittwochmittag um 11.50 Uhr rief eine Bewohnerin die Beamten zum Mehrfamilienhaus in die Straße Im Mühlenfeld im Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen (Nordrhein-Westfalen). Sie hatte Schreie gehört. Die Einsatzkräfte trafen auf die verletzte junge Frau. Auch der tatverdächtige Vater war noch im Haus. Er wurde vorläufig festgenommen. „Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Vater seine Tochter mit mehreren Messerstichen schwer verletzt“, heißt es in einer Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei. Die 19-Jährige wurde vor Ort behandelt, dann mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Lebensgefahr bestand zunächst nicht.

Der Vater und seine drei Kinder sollen erst seit Anfang August in dem Mehrfamilienhaus in Gelsenkirchen gewohnt haben
Foto: ALEX TALASH
Tochter wollte zu Nachbarn flüchten
Laut einer Nachbarin flüchtete die 19-Jährige vor ihrem gewalttätigen Vater aus der Dachgeschosswohnung. Sie wollte sich zur Nachbarwohnung retten. Blutabdrücke am Türrahmen zeugen von dem verzweifelten Versuch. Doch die Wohnung stehe seit zwei Monaten leer, so die Nachbarin. Niemand konnte der jungen Frau öffnen.

Am Türrahmen der Nachbarwohnung kleben Spuren der Tat. Hierhin wollte sich die 19-Jährige laut einer Bewohnerin retten
Foto: ALEX TALASH
Geschwister in Obhut des Jugendamts
Zwei weitere, noch minderjährige Kinder bekamen den Messerangriff offenbar mit. Sie befanden sich laut Polizei zur Tatzeit in der Wohnung und wurden in die Obhut des Jugendamts gegeben. Nach BILD-Informationen sind es die jüngeren Geschwister des Opfers. Bei der Familie soll es sich um einen syrischen Vater mit seinen drei Kindern handeln. Sie sollen erst seit etwa einem Monat in der Wohnung leben.
Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet, sie ermittelt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Die Beamten konnten vor Ort das Tatmesser sicherstellen. Der verdächtige 47-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Zu den Hintergründen der Straftat innerhalb der Familie wollte die zuständige Staatsanwaltschaft in Essen auf BILD-Anfrage keine Angaben machen.