Eintracht Braunschweig blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück, in der einzelne Spieler zu echten Identifikationsfiguren wurden. Manche Namen tauchen bis heute in jedem Gespräch über den BTSV auf. Wer den Verein wirklich verstehen will, kommt an diesen Persönlichkeiten nicht vorbei.
Die Geschichte reicht von der historischen Meistersaison 1967 bis zu emotionalen Wiedersehen in der Gegenwart. Manche Spieler glänzten mit Toren, andere mit Treue über viele Jahre hinweg. In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten Figuren der Geschichte von Eintracht Braunschweig vor. Sie alle haben die blau-gelbe Fankultur entscheidend geprägt.
📌 Fakten zu Eintracht Braunschweig
- Der rote Löwe im Vereinswappen geht auf das Wappentier Heinrichs des Löwen zurück, des historischen Stadtgründers von Braunschweig.
- Eintracht Braunschweig war 1973 der erste deutsche Bundesligaverein, der offiziell Werbung eines Sponsors auf dem Trikot trug.
- Das Eintracht-Stadion öffnete bereits 1923 seine Tore und bot ursprünglich rund 28.000 größtenteils stehende Plätze.
- Die Rivalität zu Hannover 96 gilt als eines der traditionsreichsten Duelle im niedersächsischen Fußball und wird als Niedersachsen-Derby bezeichnet.
- Paul Breitner kehrte 1977 kurzzeitig aus Madrid zurück nach Deutschland und lief für eine Saison für die Eintracht auf.
Ulsaß führt Eintracht Braunschweig zur Meisterschaft
Kein Name steht so sehr für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte wie Lothar Ulsaß. Der Offensivspieler kam 1964 vom Regionalligisten Arminia Hannover an die Hamburger Straße. Damals wollte ihn eigentlich der Hamburger SV verpflichten, doch Trainer Helmuth Johannsen kam ihm zuvor. Ulsaß entwickelte sich schnell zum Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft.
Drei Jahre später schrieb er mit der Eintracht Fußballgeschichte. 1967 holte das Team völlig überraschend den deutschen Meistertitel. Ulsaß steuerte in jener Saison 14 Treffer bei und dirigierte das Spiel aus dem Mittelfeld.
Bitteres Karriereende für Ulsaß
International sorgte Ulsaß ebenfalls für Aufsehen. 1965 gelang ihm gegen Österreich sogar ein Hattrick binnen 35 Minuten. Insgesamt bestritt er zehn Länderspiele für die Nationalmannschaft und traf dabei achtmal. Mehr Einsätze verhinderten wohl nur die Konkurrenz durch Wolfgang Overath und Günter Netzer.
Sein Abschied von Eintracht Braunschweig verlief unrühmlich. Im Zuge eines Bundesligaskandals wurde er gesperrt, weil er eine Prämie von Arminia Bielefeld angenommen hatte. Ulsaß wechselte danach nach Wien und beendete dort seine Laufbahn. Bis heute gilt er mit 84 Toren als erfolgreichster Bundesligatorschütze der Eintracht-Historie.
Franke wird zum Eintracht-Urgestein
Neben den Offensivstars prägte auch ein Torhüter die Vereinsgeschichte maßgeblich: Bernd Franke. Nationaltrainer Helmut Schön setzte über zehn Jahre lang auf ihn als Nummer zwei hinter Sepp Maier und später Toni Schumacher. Trotz Angeboten von Bayern München, dem 1. FC Kaiserslautern und Ajax Amsterdam blieb Franke Eintracht Braunschweig treu. Selbst zwei Abstiege konnten ihn nicht zu einem Wechsel bewegen.
14 Jahre lang stand er zwischen den Pfosten der Löwen. Diese Loyalität machte ihn zur echten Torwart-Legende des Vereins. Mit 346 Bundesligaspielen zählt er zu den Rekordspielern des BTSV. Nur Franz Merkhoffer kommt mit 419 Partien auf noch mehr Einsätze.
Gersdorff schießt Braunschweig in die Bundesliga
Ein weiterer Name sorgt bis heute für Gänsehaut: Bernd Gersdorff. Der Offensivspieler teilte sich in seiner Karriere die Kabine mit Weltstars wie Franz Beckenbauer und Paul Breitner. Besonders für Eintracht-Fans wurde er aber durch einen speziellen Moment zur Legende. Mitten in der Saison 1973/74 wechselte er von Bayern München zurück nach Braunschweig.
Was danach folgte, grenzte an ein Wunder. In den verbleibenden 19 Saisonspielen erzielte Gersdorff unglaubliche 35 Tore. Damit rettete er die Eintracht vor dem drohenden Zweitliga-Absturz und führte sie zurück in die Bundesliga. Fans erzählen diese Geschichte bis heute mit spürbarem Stolz.
BTSV erinnert an seine Legenden
Eintracht Braunschweig pflegt seine Vereinsgeschichte auch aktiv im Stadion. Im April 2024 lud der Klub zum „Tag der Legenden“ ein, um ehemalige Spieler der jüngeren Erfolgsgeschichte zu würdigen. Über 11.000 Fans sicherten sich ein Ticket für dieses besondere Spiel. Im Mittelpunkt standen unter anderem Mirko Boland, Deniz Dogan, Jasmin Fejzic und Dennis Kruppke.
Auch Trainer wie Torsten Lieberknecht und Benno Möhlmann saßen an diesem Abend wieder auf der Bank. Solche Veranstaltungen zeigen, wie eng die Löwen-Familie mit ihrer Vergangenheit verbunden bleibt. Die Verbindung zwischen früheren und heutigen Helden bleibt damit lebendig.
Die vorgestellten Spieler stehen exemplarisch für unterschiedliche Epochen des Vereins. Ulsaß verkörpert den historischen Höhepunkt von 1967, Franke die Tugend der Vereinstreue. Gersdorff wiederum zeigt, wie einzelne Leistungen ganze Saisons retten können. Gemeinsam bilden sie das Fundament der Eintracht-Identität.
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Für Löwen-Fans sind diese Namen weit mehr als Statistik. Sie stehen für Emotionen, Zusammenhalt und den ganz eigenen Charakter des Vereins. Solange in Braunschweig Fußball gespielt wird, bleiben diese Helden Teil der Erzählung. Genau darin liegt die Kraft echter Vereinslegenden.