
AUDIO: Wohin am Wochenende? Ausflugstipps für Dresden, Themar und Zeitz (4 Min)
Kulturtipps
Stand: 03.09.2026 15:10 Uhr
Spüren Sie es, da liegt schon etwas in der Luft, ganz leise sagt der Sommer: Servus. Wenn man früh das Haus verlässt, sollte man das Fahrradlicht einpacken – falls es auf dem Heimweg plötzlich ungewohnt früh dunkel ist. Ob es in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl dunkel wird? Ruhigbleiben fällt manchmal schwer. Eine Übung dafür habe ich mir aus meinem Lieblingsfilm „Perfect Days“ von Wim Wenders angeeignet. Wenn da der Toilettenreiniger Hirayama morgens das Haus verlässt, schaut er zunächst lächelnd in den Himmel von Tokyo und atmet tief ein. Nun denn, hier kommen die Tipps für das Wochenende:
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Dresden: Beziehungskomödie auf dem Theaterkahn
Haben Sie schon einmal ein Theaterstück gesehen und dabei in einem Schiffsbauch gesessen? Klingt das nicht herrlich! Möglich ist das auf dem Theaterkahn Dresden, er ankert am Terrassenufer der Augustusbrücke zwischen Semperoper und Frauenkirche. Es geht also idyllisch zu, der Goldene Reiter winkt aus der Ferne, oberhalb des Ufers erstreckt sich die Brühlsche Terrasse: der „Balkon Europas“.

Der Theaterkahn liegt auf der Elbe am Terrassenufer der Augustusbrücke in Dresden.
Am Samstag steht das Stück „Egal“ von Marius von Mayenburg auf dem Programm. Und das wird heiter. Es handelt sich um eine Beziehungskomödie, in der zwei Geschlechter aneinandergeraten. Und während Sie sich amüsieren, versinkt draußen die Sonne in der Elbe. Danach noch ein Gläschen im Bordrestaurant – perfekt.
Theaterkahn
Terrassenufer an der Augustusbrücke auf der Elbe
01067 Dresden
„Egal“
Beziehungskomödie von Marius von Mayenburg
Samstag, 6. September 2026, 19:30 Uhr

Themar: Bäuerinnen-Geschichten im Kloster Veßra
Es ist Erntezeit. Was ich nicht wusste: Die Vereinten Nationen haben 2026 das Jahr der Bäuerinnen ausgerufen. Denn Landwirtschaft wird größtenteils eher als eine männlich geprägte Geschichte wahrgenommen. Das Hennebergische Museum Kloster Veßra zeigt hingegen eine Ausstellung mit dem Titel „Ungesehen. Frauen in der Landwirtschaft“.
In Bildern, Geschichten und Lebensläufen lernen Sie Frauen kennen, die in verschiedenen Jahrhunderten geschuftet, Höfe geführt, Felder bestellt und Tiere versorgt haben. Zum Beispiel berichten Frauen aus dem Kreis Hildburghausen über ihre Arbeit in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) während der DDR. Eine, so heißt es, habe jede Kuh im Stall gekannt.
Ausstellung „Ungesehen. Frauen in der Landwirtschaft“
28. Mai bis voraussichtlich November 2026
Adresse:
Hennebergisches Museum Kloster Veßra
Neuer Pferdestall
Anger 35
98660 Kloster Veßra
Öffnungszeiten:
März bis Oktober: täglich, 9 – 18 Uhr
November bis Februar: freitags, samstags, sonntags, 10 – 17 Uhr
Eintritt:
9 Euro, ermäßigt 5 Euro

Malerei, Fotografie, Geschichte
Zeitz: Ein Rhinoceros banalisiert das Böse
Kennen Sie den sprichwörtlichen Elefanten im Raum, den jeder sieht, aber keiner will darüber sprechen? Genauso widersprüchlich ist die Kunstinstallation „The Rhinoceros in the Room oder: Ein Märchen von Banalität und Bösem“ von dem deutsch-israelischen Künstler Itamar Gov. Das weiße, mit Luft aufgeblasene Nashorn ist süß, aber wenn es gereizt wird …
Auf seiner Tour durch Sachsen-Anhalt ist das neun Meter hohe und 16 Meter lange Tier in Zeitz angekommen. Es scheint im Kirchenschiff der dortigen Nikolaikirche zu schweben. Gov erklärte, es habe sich im Hebräischen die Formulierung „sich rhinocerisieren“ entwickelt. Das bedeutet, wenn Menschen oder Gesellschaften in die Richtung von autoritären Ideen und nationalistischen Kräften gingen. Das sorgt für Gesprächsstoff, zum Beispiel im Hinblick auf die Landtagswahlen.
„The Rhinoceros in the Room oder: Ein Märchen von Banalität und Bösem“
Kunstinstallation von Itamar Gov
Wo:
Nikolaikirche Zeitz
Geöffnet vom 01.09. bis 13.09.2026, 11 bis 17 Uhr

Malerei, Fotografie, Bauhaus
Der persönliche Tipp: Streetart in Schmalkalden
Letztens bin ich durch Schmalkalden spaziert und war hingerissen von den wunderschönen bunten Fachwerkhäusern – eine einzige Augenweide. Was mir bisher unbekannt war: Die Stadt ist ein Hotspot für Streetart.

Schmalkalden ist ein Hotspot für Streetart.
2014 fand dort eine Urban-Art-Veranstaltungswoche statt, bei der nationale und internationale Künstler Hauswände gestalteten. 2021 entstanden dann anlässlich des Themenjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ Murals, die die jüdische Geschichte Schmalkaldens aufgreifen. Entdecken können Sie die riesigen Kunstwerke mit der Street Art Cities App, oder: Auf dem Tourismus-Portal schmalkalden.com sind ebenfalls einige Adressen verzeichnet.
Falls Sie dann wollen, ganz in der Nähe befindet sich der wildromantische Wasserfall Trusetal – zum Gehirn durchbrausen.

Über ganz Zeitz verteilt, findet sich Urban Art an den Häuserwänden.


