
Stand: 03.09.2026 23:45 Uhr
Der VW-Aufsichtsrat hat sich bereits am Donnerstag einstimmig auf einen Sparplan geeinigt – 2027 soll feststehen, wie es unter anderem mit den VW-Werken in Emden und Hannover weitergeht.
Vorstand, Arbeitnehmerseite und das Land Niedersachsen wollen nun gemeinsam nach Lösungen suchen. Einig sind sich alle Seiten darin, dass der Konzern Überkapazitäten abbauen muss. Unter anderem sollen in den kommenden Jahren weitere 50.000 Stellen gestrichen werden. Das sei notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen, teilte der Autobauer aus Wolfsburg mit.
VW-Werke in Hannover und Emden ohne Folgebelegung
Zudem fehle für die VW-Werke in Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm eine Folgebelegung, gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034. „Für diese Werke werden parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft“, hieß es. Der Zukunftsplan schaffe die Voraussetzungen, um den Volkswagen-Konzern und seine Marken leistungsfähiger und zukunftsorientierter aufzustellen. Die Umsetzung des Zukunftsplans sei nach Auffassung des Vorstands und des Aufsichtsrates zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns zu erhalten und für die Zukunft nachhaltig zu sichern.
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„Jobs werden weiter bei VW abgebaut“, Bertil Starke, NDR, über den VW-Sparplan (3 Min)
Die Gewerkschaft IG Metall und der Konzernbetriebsrat betonten, damit sei eine Eskalation verhindert worden. Der Vorstand müsse jetzt seine Hausaufgaben machen. „Der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen war nicht zielführend“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist laut Benner und Cavallo vom Tisch. Der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit erfolgreich abgewehrt. „Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehrerer Medienberichte ist keine Werksschließung besiegelt“, betonten Benner und Cavallo. „Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht.“
Ministerpräsident Lies: Für alle Standorte Perspektive entwickeln
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) zeigte sich nach der Einigung zufrieden. Man werde für alle Standorte langfristige Perspektiven entwickeln, erklärte er. Die VW-Beschäftigten in den Werken Emden, Zwickau und Hannover, aber auch am Audi-Standort Neckarsulm dürften damit erst einmal aufatmen. Bis Ende 2027 soll ein Konzept entwickelt werden, wie es insgesamt mit VW in Europa weitergeht. Dabei soll auch nach Lösungen für die Fabriken gesucht werden, die Donnerstagabend auf der Streichliste standen.
Automobilexperte Dudenhöffer: Einigung ist „Zukunftsplan light“
Die Entscheidung über die vier von einer Schließung bedrohten Werke sei lediglich aufgeschoben, sagte dagegen der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer am Donnerstagabend dem NDR Niedersachsen. Die Entscheidung über die Zukunft falle eben erst 2027. Dudenhöffer sprach von einem Waffenstillstand zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Die am Donnerstag getroffene Einigung nannte er einen „Zukunftsplan light“.
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VW-Aufsichtsrat beschließt Sparmaßnahmen (3 Min)
Aufsichtsrat tagt nicht mehr am Freitag
Eigentlich war für Freitag eine Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg anberaumt. Nach der überraschenden Einigung zum Sparpaket des Konzernvorstands wird es jedoch keine weitere Sitzung geben, wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilte. Der Termin für das Kontrollgremium sei kurzfristig vorverlegt worden, hieß es aus Konzernkreisen.
Die Spar- und Zukunftspläne des Vorstandes waren bereits vor zwei Monaten im Aufsichtsrat behandelt worden. Damals scheiterten sie am Widerstand der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen.

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