„Ihr macht mich nicht platt“
Carolina Wilga (27) über ihren Überlebenskampf im Outback
Johannes Wenzel
Redakteur

Carolina Wilga besuchte unsere Redaktion in Castrop-Rauxel am 1. September 2026, unmittelbar vor der ersten öffentlichen Lesung ihres Buches „Dem Outback entkommen“. © Tewe Schefer
6 Min Lesezeit
Carolina, du hast uns vergangenes Jahr ordentlich auf Trab gehalten. Medien auf der ganzen Welt haben über die Suche nach dir berichtet.Nach deiner Rettung war das australische Fernsehen in Castrop-Rauxel – das passiert auch nicht alle Tage. Deine Eltern haben irgendwann ein Schild an ihre Haustür gehängt, dass sie mit niemandem sprechen wollen.Hast du deshalb so lange gewartet, bis du dich öffentlich äußerst?Wann hast du beschlossen, über deine Geschichte ein Buch zu schreiben?Wie verlief dann die Arbeit an dem Buch?Ihr habt euch die Bälle also gegenseitig zu gespielt.In dieser Zeit warst du wieder raus aus Deutschland, oder?In deinem Buch schreibst du, dass dir damals, als du mit dem Van vom Weg abgekommen bist, ein anderes Auto entgegenkam. Was ist genau passiert?Und dann bist du ausgewichen und im Gebüsch gelandet?Der Fahrer hat weder angehalten noch jemanden verständigt? Man sollte ja eigentlich mitbekommen, wenn ein entgegenkommendes Auto von der Straße donnert.Gibt es im Outback denn so viele Seitenstraßen, in die man abbiegen kann?Nach dem Unfall begann wahrscheinlich die größte Tunnel-Phase, oder?Dann hast du den Van verlassen?In so einer Lage ist das in Kombination mit einer Gehirnerschütterung vermutlich schwer.Bist du in der Zeit irgendwelchen Tieren begegnet? Im Outback rennen ja eigentlich auch Dingos herum.Stephen King hat mal gesagt, Hölle ist ewige Wiederholung. Muss man sich so dieses Gefühl vorstellen, wenn jeder Baum und jedes Gestrüpp gleich aussehen?Ich habe einen Lieblingsmoment in deinem Buch: Du schreibst, dass du irgendwann beide Mittelfinger in Richtung Himmel gestreckt hast. Was war da los?So frei nach dem Motto: „Leck mich, Welt, ich bin noch nicht fertig mit dir?“Etwas später hast du dann die Spuren einer Kuhherde entdeckt, denen du gefolgt bist. Kurz darauf hat die Farmerin Tania Henley dich gefunden. Hattest du seitdem nochmal Kontakt zu deiner Retterin?Du erwähnst im Buch häufig deine Eltern. Hat sich euer Verhältnis seitdem verändert?Man sagt ja immer, dass das Verhältnis zu den Eltern besser wird, wenn man mehr Distanz zueinander hat. Du hast es vielleicht ein bisschen auf die Spitze getrieben mit der Nummer.