Der Eingang zum Landgericht in Kiel

AUDIO: Prozessaufakt nach Brandserie in Kiel-Gaarden (1 Min)

Stand: 04.09.2026 05:00 Uhr

Er soll sechs Brände in Tiefgaragen und Kellern an der Kieler Hörn gelegt haben – nun startet sein Prozess: Ein 30-jähriger Angeklagter muss sich ab heute wegen des Verdachts auf Brandstiftung vor Gericht verantworten.

von Thomas Viet Dang

Am Kieler Landgericht startet heute der Prozess gegen einen 30 Jahre alten Mann, der laut Anklage hinter einer Brandserie in Tiefgaragen und Kellerabteilen an der Hörn in Kiel stecken soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Brandstiftung vor. Sein Motiv sei unklar, heißt es weiter.

Mehrere Brände auf dem Kieler Ostufer

Zwischen Januar und März dieses Jahres war es an der Hörn, dem Areal am Ende der Kieler Förde, zu mehreren Bränden in den Straßen Antipper und Stemmer gekommen. So musste die Feuerwehr Ende Januar nach Angaben der Staatsanwaltschaft gleich zwei Mal hintereinander dorthin zu Einsätzen in einer Tiefgarage ausrücken. Dabei war ein Pkw komplett ausgebrannt, auch die Decke und mehrere Kabel wurden beschädigt. Ein Schaden von rund 25.000 Euro sei entstanden, heißt es.

Täter schlägt kurz darauf erneut zu

Ein Feuer an einer Schule in Kiel-Gaarden.

Mehrere Brände hatte es im Frühjahr 2026 an der Kieler Hörn gegeben. Nun steht ein Angeklagter vor Gericht.

Wenige Tage darauf brannte es dort erneut, dieses Mal in einem Keller eines Mehrfamilienhauses. Der Beschuldigte soll den Angaben zufolge Grillanzünder in ein Kellerabteil geworfen haben. Durch den Rauch wurden mehrere Wohnungen so stark verrußt, dass sie anschließend vorübergehend nicht mehr bewohnbar waren.

12.000 Euro Belohnung für Hinweise zum Täter

Im Februar soll der Mann erneut Autos in Tiefgaragen an der Hörn angezündet haben. Die Feuerwehr konnte demnach verhindern, dass das Feuer auf das Wohnhaus übergriff. Daraufhin hatte die Kieler Polizei eine Belohnung über 2.000 Euro für Hinweise zum mutmaßlichen Täter ausgelobt. Die Bauherrin des betroffenen Gebäudekomplexes beteiligte sich mit 10.000 Euro daran.

Ein Blaulicht leuchtet an einem Streifenwagen.

Die Staatsanwaltschaft und Bauherrin des Gebäudes haben die Belohnung ausgelobt. Fünf Mal wurde in dem Haus ein Feuer gelegt.

Festnahme nach sechstem Feuer

Nachdem es Anfang März erneut zu einem Feuer in einer Tiefgarage gekommen war, konnte die Polizei den Tatverdächtigen festnehmen. Er sei in der Nähe des Tatortes am Kieler Ostufer angetroffen worden, sagte damals Oberstaatsanwalt Michael Bimler. Vorausgegangen waren wochenlange Ermittlungen, hieß es. Die Höhe des Gesamtschadens ist laut Staatsanwaltschaft unklar. Verletzt wurde bei den sechs Vorfällen niemand, teilt das Gericht mit.

Urteil soll im November fallen

Seit seiner Festnahme sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihm laut Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Haftstrafe. Insgesamt hat das Landgericht voraussichtlich zwölf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird im November erwartet.

Ein Schutzhelm liegt auf dem Autositz eines Feuerwehrautos.

Verdeckte Ermittlungen: Nach dem jüngsten Feuer in einer Tiefgarage hat die Polizei einen 30-Jährigen festgenommen.

Schriftzug "Feuerwehr" steht auf einem Blaulicht eines Feuerwehrautos.

Die Polizei prüft derzeit, ob es einen Zusammenhang zu den Bränden von vergangenem Sonntag und Montag gibt.

Schriftzug "Feuerwehr Kiel" ist auf der Uniform eines Feuerwehrmannes beim Einsteigen in ein Einsatzfahrzeug zu sehen.

In der Garage brannten zwei Fahrzeuge aus. Drei Feuerwehren waren im Einsatz. War es Brandstiftung? Nun werden Spuren ausgewertet.

Schriftzug "Feuerwehr" ist auf der roten Motorhaube eines Feuerwehrautos zu sehen.

Am Montagabend hat ein Auto Feuer gefangen. Am Nachmittag waren es zwei Holztüren. Die Polizei ermittelt.