1. HoverAir Versa: Pocketkamera lernt fliegen

Auf der letztjährigen IFA überraschte HoverAir mit einer Wasserdrohne (siehe Test), in diesem Jahr zeigt der Drohnenhersteller in Berlin mit dem „HoverAir Versa“ eine Pocketkamera, die sich mit einem „Flügel“-Aufsatz und wenigen Handgriffen in eine Selfie-Drohne verwandelt. Laut Hersteller komme man so dem Wunsch vieler Nutzer entgegen, möglichst wenige Geräte mit sich herumschleppen zu müssen. Abstriche bezüglich Bildqualität und Funktionsumfang soll man bei dieser Lösung dennoch nicht machen müssen.

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So steckt HoverAir bei der Pocketkamera in dem über drei Achsen stabilisierten Gimbal einen 1/1,3 Zoll großen Sensor. Fotos nimmt die Versa mit einer Auflösung von 12 MPixel auf, Videos in bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde beziehungsweise in Zeitlupe bis zu 1080p und 120 Bildern pro Sekunde. Laut Hersteller sind auch verlustfreie vertikale Aufnahmen in 4K möglich, ebenso mit zweifachem Zoom.

Hier ist die in Schwarz und Weiß erhältliche Pocketkamera HoverAir Versa noch vom Flugmodul getrennt.

(Bild: heise medien / Nico Jurran)

Damit nicht genug: Die Kamera ist laut HoverAir in der Lage, in 10-Bit-HDR und 10-Bit-H-Log aufzunehmen. Gespeichert werden die Aufnahmen im internen 64-GByte-Speicher, der sich mit einer MicroSD-Karte noch einmal um bis zu 1 TByte erweitern lässt. Um die Aufnahmen zu kontrollieren, ist ein 1,64 Zoll (rund 4,17 Zentimeter) großes Retina-OLED-Display eingebaut. Weiterhin stecken im Gehäuse zwei Mikrofone und ein Lautsprecher.

Im Drohnenmodus

Wirklich interessant wird das Gerät natürlich erst durch den Flugmodus. Für diesen schiebt man eine Klappe auf der Rückseite der Kamera nach oben und steckt das Flügel-Modul auf. Der interne Akku der Kamera speist nun auch die Motoren in diesem Aufsatz. Erwartungsgemäß sinkt damit die maximale Laufzeit mit einer Akkuladung – konkret von 3 Stunden auf 14 Minuten.

Das Gewicht der Versa steigt mit dem Flugmodul von 163 Gramm auf 230 Gramm – und liegt damit weit unter der Grenze von 249 Gramm, ab der man für den Betrieb einer Drohne einen Kenntnisnachweis A1/A3 benötigt („kleiner Drohnenführerschein“). Man muss für das Modell aber eine Versicherung haben und sich – wegen der eingebauten Kamera – beim Luftfahrtbundesamt registrieren.

Als Höchstgeschwindigkeit gibt HoverAir bei der Versa 36 km/h an, womit sie schneller ist als HoverAirs Einstiegsdrohne X1, die auf 25,2 km/h kommt. Wind soll das Modell bis 10,7 m/s widerstehen, was Windstärke 5 entspricht.

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Flugmodi

Bei den autonomen Flugvarianten kann man aus einer Reihe von Modi wählen, in denen die Drohne unter anderem über der Zielperson in unterschiedlichen Höhen schwebt, von dieser rückwärts wegfliegt oder sie umkreist. Sie kann auch in mehreren Varianten vor dem Objekt rückwärts fliegen und dieses in einem bestimmten Winkel aufnehmen. Mit dabei soll auch ein „Inception“-Modus sein, bei dem sich – passend zu den Aufnahmen aus dem gleichnamigen Film – der Gimbal dreht, während die Drohne eine Route abfliegt.

Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich die Pocketkamera in eine Selfie-Drohne.

(Bild: heise medien / Nico Jurran)

Neu ist der Modus „AI Frame“, der bei Aufnahmen dafür sorgt, dass etwa eine Person optimal im Bild platziert ist. Bei „3D World“ fliegt die Drohne wiederum um ein Objekt herum und erzeugt dabei eine 3D-Ansicht, in der man sich später (etwa mit einer VR-Brille) bewegen kann. Abgerundet wird alles mit einer KI-gesteuerten Schnittfunktion.

HoverAir hat zudem angekündigt, eine Mini-Fernbedienung namens CoPilot auf den Markt zu bringen, mit der der Nutzer Abstand, Flughöhe und Aufnahmewinkel manuell regeln kann. Die Versa bleibt aber eine Selfie-Drohne, hier geht es eher um Feinjustage.

Preis und Verfügbarkeit

Nach aktueller Planung soll die HoverAir Versa am 29. Oktober auf den Markt kommen. Das Bundle mit Kamera und Flugmodul wird bei 739 Euro starten. Wer einen Blick auf das neue Modell werfen will, kann HoverAir auf der IFA am Stand 103 in Halle 20 besuchen.

(nij)

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