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Mainz – Drohungen, Messer-Gewalt, mutmaßliche Schutzgeld-Erpressungen – die Nachrichten über die Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen sorgten bundesweit für Entsetzen. Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz will jetzt mit harten Maßnahmen durchgreifen. Doch mitschuldig an den katastrophalen Zuständen sollen ausgerechnet die Lehrer sein, die seit Jahren von Problemschülern terrorisiert werden!
In einem Brandbrief machten Pädagogen der Haupt- und Realschule in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) 2025 Morddrohungen, Gewalt gegen Schüler und Lehrer, ihre Machtlosigkeit und Angst öffentlich. Behörden hatten die Probleme jahrelang kleingeredet. Zuletzt wurde bekannt, dass ältere Schüler die Jüngeren um Schutzgeld erpressen würden.
Die neue Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (58, CDU) will jetzt durchgreifen und erklärte am Donnerstag (3.9.) im Bildungsausschuss des Landtags: „Im Mittelpunkt stehen für mich die Schülerinnen und Schüler. Ihre Zukunft muss unsere oberste Priorität sein. Sie haben Anspruch auf einen guten und sicheren Unterricht.“
„Wenige Schüler, die über die Stränge schlagen“
Konkret geplant sind: mehr Sozialpädagogen, drei Psychologen, mehr Prävention, mehr Deutschförderung. Kleinere Abschlussklassen oder doppelte Lehrerbesetzung sollen geprüft werden. Die Schulaufsicht soll vorerst täglich vor Ort sein. Die Ministerin sprach nur von „wenigen Schülern, die über die Stränge schlagen und deshalb mit Jugendhilfemaßnahmen unterstützt oder sanktioniert werden müssen“. Notfalls bis zum Schulausschluss.

Ute Eiling-Hütig (58, CDU), die neue Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, auf dem Weg zur Ausschusssitzung
Foto: Andreas Arnold
Direktor und zwei Lehrer weg, Personalrat aufgelöst
Hart durchgegriffen wird bei den Lehrern. Der Schulfrieden sei „insbesondere durch Zerwürfnisse innerhalb des Kollegiums massiv beschädigt worden“, so die Ministerin. Der umstrittene Schulleiter Oliver Kästel (56) wird Mitte September an eine andere Schule abgeordnet. Zwei Lehrer werden versetzt. Zudem klagt die Schulbehörde beim Verwaltungsgericht Mainz auf Auflösung des Personalrats. Der habe gesetzliche Pflichten zur vertrauensvollen Zusammenarbeit verletzt – indem man etwa Missstände publik machte.

Keine Seltenheit: Am 19. August gab es zweimal falschen Feueralarm, der von Problem-Schülern ausgelöst wurde
Foto: Michael Ruffler
„Schließung der Schule ist keine Option“
Zu allen anderen Problemen der Karolina-Burger-Schule kommt hinzu, dass 90 Prozent der Schüler Migranten sind. Migrations-Experte Ahmad Mansour (50) hatte gegenüber BILD erklärt: „Ich würde die Schule vollständig schließen und die Schüler auf andere Schulen verteilen.“ Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig stellte jetzt klar: „Eine Schließung ist keine Option. Wir geben niemanden auf und wir geben auch keine Schule auf.“

Der umstrittene Schulleiter und SPD-Kommunalpolitiker Oliver Kästel (56) muss gehen
Foto: Facebook
In ihrem Brandbrief hatten sich Lehrer Eingangskontrollen mit Metalldetektoren gewünscht. Begründung: „So können Messer und Waffen nicht ins Haus gelangen.“ Dazu Sicherheitspersonal auf den Gängen und im Pausenhof. Plus Polizei vor Ort.
Die neue Ministerin erklärte, dass es keinen Sicherheitsdienst geben werde. Metalldetektoren waren im Ausschuss ohnehin kein Thema. Die CDU-Politikerin setzte auf ihr Maßnahmenpaket: „Die Maßnahmen laufen so lange, wie sie notwendig sind. Das sind wir den Schülerinnen und Schülern schuldig.“