Stand: 04.09.2026 06:31 Uhr

Ende Juli war die neue Sternbrücke über die Max-Brauer-Allee zu ihrem jetzigen Standort in Hamburg-Altona transportiert worden. Die Straße muss nun aufwendig repariert werden. Das dauert länger als bislang geplant: Bis zum 20. Oktober bleibt die Max-Brauer-Allee gesperrt.

So pünktlich wie der Einbau der Sternbrücke gelang, so verspätet gestaltet sich nun der Straßenbau darunter. Erst verschob sich die Wiedereröffnung der Stresemannstraße auf kommenden Montag – dann auch nur mit einer Fahrspur je Richtung. Nun verzögert sich auch die Freigabe der Max-Brauer-Allee bis zum 20. Oktober, also um einen Monat.

Bahn: Vollsperrung notwendig

Als Grund gibt die Deutsche Bahn an, dass die Geh- und Radwege bei den Bauarbeiten beschädigt wurden. Ob das auch die Fahrbahn betrifft, ist genauso unklar wie die Ursache des Schadens, also ob die Brücke mit ihren rund 3.700 Tonnen doch zu schwer für die Max-Brauer-Allee war. Die Reparatur könne aus Sicherheitsgründen nur bei einer Vollsperrung geschehen, so die Bahn. Die Staus in Altona rund um die Sternbrücke belasten die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer also länger als geplant.

Initiative: „Bau längst nicht fertig“

Die Initiative Sternbrücke kritisierte, dass der Bau trotz der Erfolgsmeldungen „längst nicht fertig“ sei und zudem weit hinter dem Zeitplan liege. Wesentliche Arbeiten mit massiven Beeinträchtigungen vor Ort dauerten demnach noch bis mindestens 2028. „Dass die Züge wieder fahren, begrüßen wir. Aber die Erfolgsmeldungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die hässliche Realität im Viertel eine andere ist“, sagte der Sprecher der Initiative, Axel Bühler, am Donnerstag.

Nach Jahren von Abriss, Baumfällungen und Baustelle müsse jetzt kurzfristig die Wiederherstellung und Renaturierung von Hinterhöfen beginnen. Flächen müssten aus der Baustelle entlassen und für die Entwicklung des Umfelds zur Verfügung gestellt werden.

100 Jahre alte Brücke ersetzt

Die alte Sternbrücke stammte aus dem Jahr 1926. Wegen ihres Zustands und der gestiegenen Anforderungen an den modernen Bahnverkehr hatte sich die Deutsche Bahn für einen Neubau entschieden. Die neue 108 Meter lange Brücke wurde rund 500 Meter vom Bauort bis zum Bahndamm an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße gefahren – Zentimeter für Zentimeter, an manchen Stellen mit nur 40 Zentimetern Abstand zu den Häusern. Tausende Schaulustige verfolgten das Manöver des niederländischen Spezialteams Mammoet.

Der Rohbau einer Brücke neben einem Bahndamm

Eine S-Bahn fährt über die neue Sternbrücke in Hamburg-Altona.

Die viergleisige Brücke ist seit dem frühen Montagmorgen in Betrieb. Zwischen Altona und Sternschanze war die Bahnstrecke sechs Wochen lang gesperrt.

Ein Brückenteil wird mit einem Kran zwischen Häusern bewegt.

Für einige Clubs bedeutet der Abriss und Neubau der Eisenbahnbrücke Abschied und Neuanfang – eine Kneipe zeigt Durchhaltevermögen.

Die erste, 1893 fertiggestellte Sternbrücke in Altona (Postkarte) - SHMH-Altonaer Museum

1893 wird in Altona die erste Sternbrücke gebaut, 1926 folgt wegen zunehmenden Verkehrs ein Neubau. 100 Jahre später wird in Hamburg nun das dritte Bauwerk installiert.