Der Hochwasserschutz am Oberrhein nimmt weiter Form an: Ab Mitte September 2026 starten in Karlsruhe-Daxlanden neue Arbeiten für den Rückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört. Am Waidweg müssen sich Anwohner und Spaziergänger auf Baustellenverkehr und Sperrungen einstellen. Der komplette Polder darf aber noch nicht gebaut werden. Das teilt das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) am 31. August mit.

Regierungspräsidium Karlsruhe startet Arbeiten nördlich des Waidwegs

Das Regierungspräsidium Karlsruhe lässt ab Mitte September 2026 neue Vorarbeiten nördlich des Waidwegs durchführen. Zwischen dem bestehenden Hochwasserdamm und dem Umspannwerk Daxlanden werden Leerrohre verlegt. Durch diese Rohre sollen später mehrere 110-Kilovolt-Erdkabel geführt werden. Deshalb muss die Straße während der Arbeiten zeitweise halbseitig gesperrt werden. Parallel werden mehrere, bereits genehmigte Bau-Maßnahmen umgesetzt, die für den eigentlichen Polders nötig sind.

Hier soll der geplante Polder entstehen.

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Hier soll der geplante Polder entstehen.
Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe

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Hier soll der geplante Polder entstehen.
Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe

„So werden ein Unterhaltungsweg für den späteren Damm, ein Holzlagerplatz sowie eine Baustelleneinrichtungsfläche für die Errichtung des Pumpwerks Nord erstellt. Indem diese Arbeiten bereits jetzt durchgeführt werden, können Synergieeffekte genutzt und die Arbeiten beschleunigt werden“, teilt das RP mit.

Die Arbeiten sollen laut Regierungspräsidium voraussichtlich im Dezember 2026 fertig sein. Bis dahin sei vor allem rund um den Waidweg mit deutlich mehr Baustellenverkehr zu rechnen.

Der Polder soll bei Rhein-Hochwasser helfen

Der Rückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört ist ein großes Hochwasserschutzprojekt am Oberrhein. Er soll Wasser aus dem Rhein aufnehmen, wenn der Pegel bei Hochwasser steigt. Bis zu 14 Millionen Kubikmeter Rheinhochwasser soll der Rückhalteraum künftig zurückhalten können, um so Städte und Gemeinden flussabwärts besser zu schützen.

Das Projekt gehört zum Integrierten Rheinprogramm. Insgesamt sollen am Oberrhein 13 solcher Rückhalteräume entstehen. Grundlage dafür ist ein deutsch-französischer Vertrag aus dem Jahr 1982.

Hochwasser bei Karlsruhe

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Hochwasser bei Karlsruhe
Foto: Thomas Riedel (Archivbild)

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Hochwasser bei Karlsruhe
Foto: Thomas Riedel (Archivbild)

Warum der komplette Bau bisher nicht starten kann

Der Bau des Polders ist rechtlich noch nicht vollständig geklärt. An einigen Punkten muss nachgebessert werden. Das bedeutet aber nicht das Aus für den Polder. Die Fehler können laut RP in einem sogenannten Ergänzungsverfahren „geheilt“ werden und beauftragte das Landratsamt bereits Anfang 2024 entsprechende Schritte einzuleiten.

Was wurde beim Polder schon gebaut?

Seitdem wurden bereits einzelne vorbereitende Arbeiten für das Großprojekt durchgeführt. 2024 begann der Bau eines Durchlasses an der Hermann-Schneider-Allee. Im März 2025 fiel unter anderem mit dem Bau eines Infozentrums an der Hermann-Schneider-Allee der offizielle Startschuss für die zulässigen Arbeiten. Während der Bauzeit soll das Gebäude über den Polder informieren. Danach will die Stadt Karlsruhe es als Forststützpunkt nutzen. Auch 2026 sind weitere Baumaßnahmen vorgesehen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Regierungspräsidium Karlsruhe (externer Link).