Noch vor wenigen Wochen schlug München Alarm. Während der Hitzewelle im Juni und Juli stieg der Wasserverbrauch an einzelnen Tagen auf mehr als 400 Millionen Liter. Mitte Juli reagierte die Stadt mit Sparmaßnahmen. Inzwischen ist der Verbrauch wieder deutlich gesunken – Entwarnung geben die Stadtwerke München aber trotzdem nicht.

Grundwasser in München: Die Lage bleibt weiter angespannt

„Die Grundwasser-Situation ist nach wie vor angespannt“, teilt ein SWM-Sprecher auf Anfrage mit. Anfang August seien noch 300 bis 355 Millionen Liter Wasser pro Tag ins Netz eingespeist worden. Seit der zweiten Augustwoche liege der Wert meist nur noch zwischen 270 und 290 Millionen Litern. Zum Vergleich: Der langjährige durchschnittliche Bedarf liegt bei 300 bis 310 Millionen Litern täglich. 

Das Wasser bleibt in München ein sensibles Thema: Trotz gesunkenem Verbrauch sind die Grundwasserstände weiterhin angespannt.

Icon vergrößern

Das Wasser bleibt in München ein sensibles Thema: Trotz gesunkenem Verbrauch sind die Grundwasserstände weiterhin angespannt.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Schließen

Icon Schließen

Icon vergrößern

Icon verkleinern

Icon Pfeil bewegen

Das Wasser bleibt in München ein sensibles Thema: Trotz gesunkenem Verbrauch sind die Grundwasserstände weiterhin angespannt.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Nach Einschätzung der Stadtwerke hat dabei nicht nur das weniger heiße Wetter geholfen. Man gehe auch davon aus, dass die Münchnerinnen und Münchner nach diesem Sommer stärker für ihren Wasserverbrauch „sensibilisiert“ seien und ihn reduziert hätten. Die SWM prognostizieren, dass der Verbrauch bei herbstlicher Witterung „deutlich unter dem des Sommers liegen wird“.

Sparmaßnahmen: So stark ist Münchens Wasserverbrauch im August gesunken

Das eigentliche Problem liegt jedoch unter der Erde. Die Regenfälle der vergangenen Tage brächten zwar eine „kleine Entspannung“, könnten das Niederschlagsdefizit der vergangenen 18 Monate aber nicht ausgleichen. Viele der für München wichtigen Grundwasserpegel liegen weiterhin niedrig oder sehr niedrig. Im Mangfalltal, aus dem München den Großteil seines Trinkwassers bezieht, lag das verfügbare Wasser im August weiter deutlich unter dem langjährigen Niveau.

Damit sich die Lage nachhaltig entspannt, braucht es nach Einschätzung der Stadtwerke vor allem eines: Regen. „Es bedarf einer niederschlagsreichen Herbst- und Wintersaison, um hier eine grundsätzliche Entspannung zu erreichen“, so der SWM‑Sprecher. Ob im kommenden Jahr erneut Sparmaßnahmen nötig werden könnten, lassen die Stadtwerke offen.

Was ein trockener Herbst und Winter bedeuten würden

Parallel arbeiten die SWM und das Referat für Klima und Umweltschutz an einer gesamtstädtischen Wasserstrategie. Sie soll langfristige Antworten auf Klimawandel, Wasserverfügbarkeit und Versorgungssicherheit geben und 2027 dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat vorgelegt werden.

Welche Wassersparmaßnahme im Sommer besonders viel gebracht hat, können die Stadtwerke nicht beziffern. „Unser Wissen endet am Hausanschluss“, heißt es mit Blick auf die Wasserzähler. Sicher sei nur: Die Gesamtheit der Maßnahmen habe zum niedrigeren Verbrauch beigetragen. Wie schnell sich auch die Grundwasservorräte erholen, hänge nun vor allem davon ab, wie nass Herbst und Winter werden.