Hacker haben das Land Berlin aufgefordert, für gestohlene Verwaltungsdaten bis Freitag ein Lösegeld von rund zwei Millionen Euro zu zahlen. Das bestätigte die Senatssprecherin Christine Richter nun der Nachrichtenagentur dpa. »Es ist richtig, dass eine Gruppe mit dem Namen Rhysida sich zu der Tat bekannt hat und behauptet, im Besitz von gestohlenen Daten im Umfang von 5,7 Terabyte zu sein.«

Die gestohlenen Daten würden bereits seit Freitag im Darknet zur Versteigerung angeboten. »Das Mindestgebot liegt bei 30 Bitcoins, also rund zwei Millionen Euro«, sagte Richter. Der Senat gehe aber davon aus, dass die Daten nach Ablauf der Versteigerung am Freitag weiterveräußert oder veröffentlicht werden.

Welche Daten abflossen, bleibt vorerst unklar

Der Cyberangriff dauerte vom 7. bis zum 12. August. Wie Senatssprecherin Richter sagte, ist weiterhin unklar, welche Daten die Hacker in ihren Besitz brachten. »Alle Systeme im Land Berlin müssen gescannt werden, um auszuschließen, dass noch weitere
Daten abgeflossen sind.« Wie lange das dauern werde, lasse sich nicht
sagen. Fest stehe, dass eine Menge an Daten abgeflossen sei. »Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar dem russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden«, sagte Richter.

Am Freitag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner
(CDU)
 bekanntgegeben, das Land werde erpresst. Wie zuerst der Spiegel berichtete, drohen die Hacker damit, die Daten öffentlich zu machen,
sollte das Land Berlin ihren Forderungen bis Freitag nicht nachkommen. Das Land Berlin habe nicht vor, den Forderungen zu entsprechen, sagte die Senatssprecherin. »Das ist auch heute noch mal in der Senatssitzung bekräftigt worden.«

Weitere Sicherheitsmaßnahmen in Behörden

Nach jetzigen Erkenntnissen seien weiterhin die Senatsverwaltungen für Verkehr und Bauen von den Cyberattacken betroffen. Dabei seien »nicht öffentliche Daten abgeflossen«, darunter Passwörter und möglicherweise persönliche Daten. Beide Behörden hätten am Montag entschieden, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, nachdem Passwörter für einige sogenannte Fachverfahren bekannt geworden seien. Also für digitale Anwendungen, mit denen die Verwaltung ihre Aufgaben erledigt.

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Unter dem Namen »Rhysida« agiere eine hochprofessionelle Gruppierung, sagte Richter. Sie werde mit zahlreichen Cyberattacken in Verbindung gebracht, die in den vergangenen Jahren auf Ziele in Nord- und Südeuropa, Deutschland und den USA verübt worden seien.

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