Keine Sitzungen, keine Haushaltsdebatte und zumindest für ein paar Tage auch kein Augsburger Rathaus: Oberbürgermeister Florian Freund hat sich mit seiner Familie nach Südfrankreich verabschiedet. Dem AUGSBURG JOURNAL schickte der Rathauschef jetzt einige ganz private Urlaubsgrüße – inklusive eines Ausflugstipps aus Augsburg.

Wer Florian Freund in den vergangenen Monaten beobachtet hat, weiß: Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb Augsburgs neuem Oberbürgermeister seit seinem Wahlsieg nicht. Koalitionsgespräche, Amtsübernahme, erste Entscheidungen im Rathaus – und daneben eine Familie mit drei Töchtern, die ihren Papa natürlich nicht nur als OB kennt.

Schon bei unserem großen Hausbesuch im Frühjahr hatte Ehefrau Marei Freund erzählt, dass sich die Familie nach Wahlkampf und Amtsübernahme bei ihrer neuen Alltagsroutine erst einmal finden müsse. Politik gehört bei den Freunds zwar seit jeher zum Familienleben – Florian und Marei lernten sich schließlich bereits bei den Jusos kennen –, Familienzeit war zuletzt trotzdem ein knappes Gut.

Jetzt heißt es deshalb für ein paar Tage: Meer statt Verwaltungszentrum.

Pain au chocolat, Meer und Laufschuhe

Ganz ohne sportlichen Ehrgeiz geht es allerdings auch im Urlaub nicht. Seine Laufschuhe hat Freund sicherheitshalber mit nach Südfrankreich genommen. Das hat durchaus einen kulinarischen Grund. Denn der OB, der von sich selbst sagt, er könne „an keinem Kuchen vorbeigehen“, will auf seinen Laufrunden zumindest versuchen, den einen oder anderen Urlaubspfunden wieder davonzulaufen.

Und davon könnten durchaus welche zusammenkommen. Im Telefonat mit dem AUGSBURG JOURNAL verrät Freund nämlich schmunzelnd, dass es ihm die französische Bäckerei- und Pâtisserie-Kunst ziemlich angetan hat.

Die Auswahl macht es einem schließlich auch nicht gerade leicht: Croissant, Pain au chocolat, Chausson aux pommes, Flan pâtissier, Éclair, Mille-feuille, Tarte Tropézienne – Für einen selbst erklärten Kuchenfreund lauert damit in Südfrankreich praktisch hinter jeder Ecke die nächste Versuchung.

Sonne, Meer und blauer Himmel: Auch Saint-Cyr-sur-Mer gehört zu den Urlaubsstationen der Familie Freund an der französischen Mittelmeerküste.

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Sonne, Meer und blauer Himmel: Auch Saint-Cyr-sur-Mer gehört zu den Urlaubsstationen der Familie Freund an der französischen Mittelmeerküste.
Foto: privat/Florian Freund

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Sonne, Meer und blauer Himmel: Auch Saint-Cyr-sur-Mer gehört zu den Urlaubsstationen der Familie Freund an der französischen Mittelmeerküste.
Foto: privat/Florian Freund

Familienzeit an der Côte d’Azur

Gemeinsam mit Marei und den drei Töchtern verbringt Freund derzeit seinen Urlaub in Südfrankreich.Untergebracht sind die Freunds einige Orte entfernt von Sanary-sur-Mer, wohin es die Familie jetzt zu einem Tagesausflug zog.

Und ausgerechnet der Tipp für den malerischen Küstenort kam wiederum aus Augsburg: Roland J. Kottke, Direktor der Hessing Stiftung, habe ihm Sanary empfohlen, erzählt Freund dem AUGSBURG JOURNAL. Kottke kennt sich in der Gegend offenbar bestens aus. Seine Empfehlung kam beim OB jedenfalls an: „Malerischer Ort“, lautet Freunds knappes Urlaubsfazit.

Kottke und Freund begegnen sich übrigens auch beruflich regelmäßig: Seit Freunds Amtsübernahme ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Verwaltungsrats der Hessing Stiftung, Kottke deren kaufmännischer Direktor.

Ein Ort mit überraschend deutscher Geschichte

Und der Hessing-Chef hat tatsächlich einen ziemlich spannenden Ort empfohlen. Sanary-sur-Mer war einst ein kleines Fischerdorf an der Côte d’Azur – und wurde nach 1933 zu einem wichtigen Zufluchtsort deutscher und österreichischer Schriftsteller und Künstler, die vor den Nationalsozialisten fliehen mussten.

Zu den berühmten Namen, die zeitweise dort lebten oder sich aufhielten, gehören Thomas und Klaus Mann, Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht. Der Journalist Ludwig Marcuse bezeichnete Sanary später sogar augenzwinkernd als „Welthauptstadt des künstlerischen und literarischen Exils“. Heute erinnert ein eigener Rundweg mit 21 Stationen an diese Geschichte.

Für Familie Freund dürfte bei ihrem Ausflug allerdings weniger Politik- und Literaturgeschichte als schlicht das gemeinsame Urlaubserlebnis im Mittelpunkt gestanden haben.

Der OB ganz privat: Florian und Marei Freund schicken dem AUGSBURG JOURNAL Urlaubsgrüße aus Südfrankreich.

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Der OB ganz privat: Florian und Marei Freund schicken dem AUGSBURG JOURNAL Urlaubsgrüße aus Südfrankreich.
Foto: privat/Florian Freund

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Der OB ganz privat: Florian und Marei Freund schicken dem AUGSBURG JOURNAL Urlaubsgrüße aus Südfrankreich.
Foto: privat/Florian Freund

Der OB ganz privat

Dass diese Momente für Freund wichtig sind, hatte er uns schon kurz nach seinem überraschenden Wahlsieg erzählt. Damals kündigte er an, sich bewusst Zeit mit der Familie nehmen zu wollen. Schon wenige Tage später ging es für einen Kurzurlaub ins Kleinwalsertal – auch, um sich nach den turbulenten Wahlkampfwochen als Familie wieder „zurechtzuruckeln“.

Bei unserem späteren Besuch im Freund’schen Zuhause in Göggingen zeigte sich dann, wie normal es dort trotz neuer Amtswürden geblieben ist: Serienabende auf dem Sofa, gemeinsame Familienorganisation und ein OB, der durchaus auch noch dafür zuständig ist, Blumen mitzubringen und sich um den Garten zu kümmern. Marei Freund machte damals zudem ziemlich unmissverständlich klar, dass sie mit einer klassischen „First Lady“-Rolle wenig anfangen kann.