„Der Umzug stellt einen Meilenstein in der Entwicklung des Instituts zu einem modernen, hochautomatisierten und universitären Zentrum für Laboratoriumsmedizin dar“, kommentiert Prof. Parviz Ahmad-Nejad den Einzug in den Neubau. Der Direktor des Instituts für Medizinische Labordiagnostik (IML) am Helios Universitätsklinikum Wuppertal (HUKW) meint damit weniger den Standortwechsel als einen strukturellen Umbau: Auf mehr als 1500 Quadratmetern wurden am Campus Barmen sechs bislang getrennte Diagnostikbereiche auf einer Ebene zusammengeführt.
Betroffen sind Klinische Chemie, Hämatologie und Hämostaseologie, Transfusionsmedizin, Mikrobiologie, molekulargenetische Diagnostik sowie Forschungsbereiche. Rund 80 Mitarbeitende arbeiten künftig in der neuen Struktur. Das IML erbringt sämtliche Laborleistungen für das HUKW sowie für weitere Krankenhäuser, niedergelassene Praxen und Unternehmen der Region. Die Bündelung bedeutet kürzere Wege und höhere Durchsatzkapazität.
Automation als Antwort auf steigende Fallzahlen
Kern des Betriebsmodells ist eine durchgängig automatisierte und digital vernetzte Prozesskette vom Probeneingang über die Analyse bis zur technischen Freigabe und Archivierung. Allein auf der zentralen Laborstraße lassen sich mehr als 100 Laborparameter bestimmen, viele davon rund um die Uhr, sieben Tage pro Woche. Nach Angaben von Helios sichert diese Automatisierung standardisierte Ergebnisse bei hohen Probenzahlen und schafft die Voraussetzung, künftig weitere Bereiche wie die Mikrobiologie zu automatisieren.

IT-Spezialist im Labor: Elmar Rieke (r.) zeigt Teilnehmenden der Eröffnungsführung die neuen Arbeitsplätze in der Blutbank.
Damit reagiert das Institut auf steigende Untersuchungszahlen bei gleichzeitig zunehmend komplexer Diagnostik. Zum Einsatz kommen unter anderem Maldi-Tof-Massenspektrometrie zur schnellen Erregeridentifikation, Multiplex-PCR für den parallelen Nachweis mehrerer Erreger sowie in der molekularen Tumordiagnostik digitale PCR (ddPCR) und Next-Generation-Sequenzierung (NGS), alles Verfahren, die für die personalisierte Medizin an Bedeutung gewinnen.
Diagnostik und Forschung räumlich verzahnt
Der Neubau grenzt unmittelbar an die Räumlichkeiten des Zentrums für Forschung in der Klinischen Medizin (ZFKM) der Universität Witten/Herdecke. Die kurzen Wege zwischen Routinediagnostik und Wissenschaft ergeben „bessere Möglichkeiten für translationale Forschung, wissenschaftliche Projekte sowie die Ausbildung des wissenschaftlichen und medizinischen Nachwuchses“, so Ahmad-Nejad.
Die Labordiagnostik in Wuppertal blickt auf eine mehr als 120-jährige Geschichte zurück: 1905 wurde in Elberfeld ein Seucheninstitut gegründet, wenig später entstand eine entsprechende Einrichtung in Barmen. Seit 2014 ist das IML nach DIN EN ISO 15189 akkreditiert. Das HUKW selbst ist mit rund 1000 Betten das größte Krankenhaus im Bergischen Land und Universitätsklinikum der Universität Witten/Herdecke.
Helios Kliniken/gnj