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Berlin – Bei einer Großrazzia in der Hauptstadt stürzte am Donnerstagabend ein LKA-Beamter mehrere Meter durch eine Zwischendecke und verletzte sich dabei schwer. Was seine Kollegen während des Einsatzes bis tief in die Nacht entdeckten, war spektakulär: Sie hoben vier illegale Casinos aus, entdeckten Drogen, Waffen, Falschgeld und sogar Tierkadaver. Zeitgleich hatten insgesamt 400 Beamte Objekte in Berlin, darunter auch eine Wohnung in einem Plattenbau, gestürmt.

Der Unfall ereignete sich in einem verwinkelten Gewerbekomplex mit Hallen- und Lagergebäuden in der Marzahner Straße in Berlin‑Lichtenberg. Hier waren erst im letzten Jahr illegale Spielcasinos, ein Drogenlabor und ein Bordell aufgeflogen.

Verletzter Polizist musste ins Krankenhaus

Am Donnerstag stürmte die Polizei die Halle erneut, ein Ermittler kam zu Schaden. Eine Sprecherin der Polizei bestätigt BILD: „Dabei stürzte einer unserer Kollegen mehrere Meter durch eine Zwischendecke eines Gebäudes und prallte auf den Boden.“ Er sei noch immer zur Behandlung im Krankenhaus, bestätigte sie auf BILD-Nachfrage am Freitagvormittag.

Bei dem Einsatz fiel ein Polizist mehrere Meter durch eine Zwischendecke und kam schwer verletzt ins Krankenhaus

Bei dem Einsatz fiel ein Polizist mehrere Meter durch eine Zwischendecke und kam schwer verletzt ins Krankenhaus

Foto: John Boutin

Mehrere illegale Spielautomaten wurden entdeckt

Mehrere Spielautomaten wurden entdeckt, die Einnahmen aus dem illegalen Glücksspiel konfisziert

Foto: John Boutin

Illegales Casino in alter Gewerbehalle

Offenbar hatten sich mehrere Verdächtige auf der Flucht vor der Polizei auf einer Zwischendecke versteckt. Diese gab aufgrund des hohen Gewichts dann teilweise nach. Während der Verletzte noch versorgt wurde, hoben die Einsatzkräfte ein weiteres illegales Spielcasino mit mehreren Geldspielautomaten aus. Auch Drogen und Waffen und mindestens eine Machete wurden dabei sichergestellt. Weitere Details dazu gab die Polizei noch nicht bekannt. Die Sprecherin zu BILD: „Die Ermittlungen laufen noch.“ Zwölf Personen wurden bei dem Einsatz geschnappt – alles Vietnamesen, wie die Polizei bestätigte. Insgesamt wird aber gegen 18 Verdächtige ermittelt. Sie waren offenbar nicht nur im Non-Food-Bereich aktiv: Denn auch diverse Lebensmittel und ungekühlte Tierkörper aus einem Sushi-Restaurant lagen dort offen herum und werden jetzt vernichtet.

Insgesamt 12 Vietnamesen wurden in Lichtenberg überprüft und festgesetzt

Insgesamt 12 Vietnamesen wurden in Lichtenberg überprüft und festgesetzt, insgesamt wird gegen 18 Verdächtige ermittelt

Foto: John Boutin

Doch in Wahrheit geht es um noch viel Unappetitlicheres, denn die Großaktion in Lichtenberg richtete sich vor allem gegen eine mutmaßliche Menschenhändler-Bande. Die 18 Verdächtigen (11 Männer und 7 Frauen) sollen vietnamesische Frauen zur Prostitution gezwungen haben. Parallel schlugen gestern rund 400 Polizisten in acht Stadtbezirken in Berlin, darunter in Mitte, Reinickendorf, Pankow und Charlottenburg, zu. Die Ermittler fanden Waffen, mehr als 20 Reisepässe, weitere Beweismittel sowie 43.000 Euro Bargeld.