HTCs smarte Brille kommt nach Europa und wird mit besonderen Datenschutzvorkehrungen beworben. Grundlegende Bedenken dürfte die Vive Eagle aber nicht ausräumen, da sie wie Metas smarte Brillen über eine integrierte Minikamera verfügt.
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Sowohl HTC als auch Meta setzen auf eine LED-Leuchte, die Umstehenden signalisieren soll, dass eine Aufnahme läuft. Wird sie verdeckt oder physisch manipuliert, sperren beide Geräte die Aufnahmefunktion.
Vive Eagle passt darüber hinaus die Helligkeit der LED automatisch an die Umgebung an. Ob sie dadurch tatsächlich besser erkennbar ist, müssen Tests zeigen. HTC schreibt zudem, dass Umstehende laufende Aufnahmen per Sprachbefehl beenden können. Allerdings nur, wenn der Nutzer die Funktion aktiviert hat und sie davon wissen.
Das Grundproblem bleibt bei beiden Geräten bestehen: Viele Menschen wissen gar nicht, dass es Brillen mit Minikamera gibt, oder erkennen Smart Glasses trotz LED nicht als solche. Wenn man Datenschutz großschreibt, wäre es konsequenter, ganz auf eine Kamera zu verzichten. Smart Glasses wie die Even Realities G2 und RayNeo iO machen es vor.
Freie Wahl beim KI-Dienst, Nutzung kann teuer werden
Anders als bei Metas Brillen können Nutzer der Vive Eagle für KI-Funktionen zwischen verschiedenen KI-Diensten wählen. Zur Auswahl stehen Gemini und ChatGPT. Für bestimmte Smartphone-Funktionen greift Vive AI zudem auf Gemini unter Android beziehungsweise Siri unter iOS zurück.
Als Schnittstelle zwischen Nutzer und den KI-Diensten dient HTCs eigener Assistent Vive AI. Er verarbeitet unter anderem Sprach- und Bildanfragen, sucht nach aktuellen oder ortsbezogenen Informationen, übersetzt Texte und Gespräche und kann Unterhaltungen zusammenfassen. Einige dieser KI-Funktionen sind an ein Abo und Nutzungsguthaben gebunden. Eine Übersicht über Tarife, Funktionsumfang und Guthaben bietet HTC auf seiner Vive-AI-Webseite.
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HTC zufolge werden Nutzerdaten weder verkauft noch zum Training von KI-Modellen verwendet. Anfragen an Gemini oder ChatGPT sollen vor der Weitergabe anonymisiert werden.
Kaum Unterschiede bei der Hardware
Bei den technischen Spezifikationen unterscheiden sich HTCs und Metas Smart Glasses kaum voneinander. Beide setzen auf den bereits 2023 eingeführten Snapdragon AR1 Gen 1 und besitzen eine 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera sowie 32 GByte Speicher. Auch die maximale Fotoauflösung ist mit 3024 × 4032 Pixeln identisch. Bei Videos erreichen beide Brillen 3K mit 30 Bildern pro Sekunde. Meta bietet zusätzlich 1080p mit 60 fps und Zeitraffer.
Beim Akku liegt HTC hinter Meta: HTC nennt bis zu 4,5 Stunden kontinuierliche Musikwiedergabe, Meta für die allgemeine Nutzung fast doppelt so viel. Vive Eagle kommt zwar mit Etui, aber ohne integrierten Akku und Ladefunktion. Stattdessen wird die Brille per Magnetkabel geladen. Optional lässt sich eine separat erhältliche magnetische Mini-Powerbank am Bügel befestigen.
Vive Eagle unterstützt Korrekturgläser von -8 bis +4 Dioptrien. HTC empfiehlt die Anpassung durch einen qualifizierten Optiker, Preise und Glasoptionen sollen Nutzer vorab bei einem autorisierten Partner klären. Die dafür verlinkte deutsche Händlerseite wurde offenbar noch nicht aktualisiert und führt derzeit ins Leere.
Vive Eagle lässt sich seit dem 3. September in Europa vorbestellen und wird ab dem 21. September ausgeliefert. Die Preise beginnen bei 469 Euro.
(tobe)
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