VW-Werk Zwickau: Schließungspläne sorgen für Unruhe

Wenig verwunderlich, dass in diesem Kontext Pressemeldungen eine Rolle spielten, die sich um die Schließungspläne von Volkswagen drehten. Unter anderem soll das VW-Werk in Zwickau auf der Streichliste stehen. Als Zieldatum wird das Jahr 2031 kolportiert. Das ist insofern verwunderlich, als dass Zwickau als eines der effektivsten Werke des Konzerns gilt und alle gesteckten Ziele erreicht habe. Die Belegschaft sei erfahren, die Produktionsanlagen modernisiert und wichtige Kostenziele erreicht worden.

Rund 1,2 Milliarden Euro seien in den Umbau des Standorts für die Produktion von Elektroautos investiert worden. Wenn die Wirtschaftlichkeit darüber entscheide, welche Werke langfristig Fahrzeuge bauen, habe Zwickau gute Karten, sagte ACOD-Geschäftsführer Dr. Jens Katzek. Allerdings sieht er das Vertrauensverhältnis zwischen Management und Beschäftigten nach den Veröffentlichungen als beschädigt an. Zudem verwies er auf die Auswirkungen einer möglichen Schließung. Auf jeden wegfallenden Arbeitsplatz im VW-Werk würden drei Stellen bei Zulieferern und Servicefirmen kommen. Vom anwesenden VW-Vertreter war auf dem Kongress kein Wort zu hören. Auch auf Anfragen von Journalisten schwieg er. Über die Gründe dafür kann man nur spekulieren.

Kretschmer fordert Wirtschaftspolitik für die Transformation

Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer gab sich hingegen kämpferisch. Sachsen sei Autoland – und solle es auch bleiben. „Damit diese Schlüsselbranche auch künftig erfolgreich sein kann, braucht Deutschland eine Wirtschaftspolitik, die die Transformation der Unternehmen wirksam unterstützt. Wenn die Automobilindustrie ins Wanken gerät, muss das ein Weckruf sein“, sagte er mit Blick auf die Bundespolitik. „Deutschland darf sich nicht herunterfahren – wir müssen den Anspruch haben, im internationalen Wettbewerb vorn zu sein: mit höherer Produktivität, geringer Bürokratie und günstigen Standortbedingen für unsere Unternehmen.“

ACOD-Chefin Petra Peterhändel mahnte allerdings auch eine Eigenverantwortung der Branche an. Sie sieht enorme Chancen in der Technologieentwicklung: „Die Elektrifizierung des Antriebsstranges, die Digitalisierung von Produktion und Prozessen und neue Formen der Zusammenarbeit eröffnen uns Möglichkeiten, die die Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken.“ (tl)