Es sieht ein wenig aus wie ein Kaninchen, das sich ein Tigerkostüm übergezogen hat. Das Sumatra-Streifenkaninchen trägt ein auffälliges Streifenmuster und gehört gleichzeitig zu den weltweit am wenigsten erforschten Säugetieren. Jetzt gibt es eine Nachricht, die auch für den Augsburger Zoo besonders interessant ist: Auf Java ist weltweit erstmals die erfolgreiche Aufzucht eines Sumatra-Streifenkaninchens in menschlicher Obhut gelungen.
Der Erfolg wurde in der Prigen Conservation Breeding Ark (PCBA) auf Java erzielt. Die Zuchtstation wird vom Zoo Augsburg seit Jahren gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) unterstützt. „Ich freue mich immer, wenn man Nachrichten liest, die zeigen, dass wir in der Gemeinschaft etwas für den Schutz der Arten erreichen können“, sagt Zoodirektor Philipp Wagner. Der Zoo Augsburg arbeite schon länger intensiv mit der ZGAP zusammen und unterstütze vor allem die Arbeit der PCBA auf Java.
Fachleute kennen das Sumatra-Streifenkaninchen kaum
Das Sumatra-Streifenkaninchen (Nesolagus netscheri) lebt ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra. Über die Art ist bislang nur wenig bekannt. Die Datenlage ist sogar so dünn, dass das Tier nicht einer konkreten Gefährdungskategorie zugeordnet werden kann. Stattdessen gilt es als „Data Deficient“ – es fehlen genügend Informationen, um den Gefährdungsstatus zuverlässig einzuschätzen. Umso wichtiger ist der Nachwuchs auf Java. Die erfolgreiche Aufzucht liefert neue Erkenntnisse über Haltung, Verhalten und Fortpflanzung der seltenen Tiere und kann damit langfristig für ihren Schutz von Bedeutung sein.
Augsburg fördert Artenschutzprojekt auf Java
Für den Augsburger Zoo ist der Erfolg ein Beispiel dafür, was durch internationale Zusammenarbeit im Artenschutz möglich ist. „Solche Ziele erreicht man vor allem dann, wenn verschiedene Organisationen gut zusammenarbeiten“, sagt Wagner. Der Zoo Augsburg unterstützt die Arbeit der PCBA bereits seit mehreren Jahren. Gemeinsam mit seinen Partnern trägt der Zoo damit dazu bei, dass Erfahrungen mit dieser außergewöhnlichen und kaum erforschten Tierart gesammelt werden können. Ein kleiner Erfolg für ein kleines Tier – und ein weiterer Baustein im internationalen Kampf um den Erhalt bedrohter Arten.
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