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Berlin – Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Schon zwei Wochen später droht bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin der nächste Wahl-Krimi. Wie eine neue Insa-Umfrage für BILD zeigt, ist in der Hauptstadt so gut wie alles möglich – nur ein klarer Sieger ist nicht in Sicht!

Die CDU von Spitzenkandidat Stefan Evers (46) bleibt mit 20 Prozent nur ganz knapp vor der Linkspartei (19 Prozent) auf Platz 1. Aber: Die AfD gewinnt gegenüber der letzten Umfrage einen Prozentpunkt und schiebt sich mit 18 Prozent auf Platz 3. Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt und stehen mit 15 Prozent zusammen mit der SPD auf Platz 4. Heißt: Zwischen der CDU und den beiden Viertplatzierten (SPD und Grünen) liegen nur fünf Prozentpunkte – es wird also richtig knapp, eine Regierungsbildung dürfte in der Hauptstadt sehr schwierig werden.

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Steffen Evers (46) – hier bei einer Aufräum-Aktion im Wahlkampf – liegt in der Umfrage knapp vorn

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Stefan Evers (46) – hier bei einer Aufräum-Aktion im Wahlkampf – liegt in der Umfrage knapp vorn

Foto: Carsten Koall/dpa

Hinzu kommt: Rund 13 Prozent der Stimmen entfallen auf Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern (z.B. FDP, BSW). Dadurch reichen schon 44 Prozent für eine Mehrheit im Berliner Stadtparlament.

Kenia-Koalition oder Links-Regierung möglich

Die bisherige schwarz-rote Regierung kommt zusammen nur noch auf 35 Prozent. Sie bräuchten die Grünen als dritten Partner für eine parlamentarische Mehrheit. Eine mögliche Kenia-Koalition (CDU, SPD, Grüne) käme zusammen auf 50 Prozent. Fast genauso stark wäre ein rot-rot-grünes Bündnis unter der Führung der Linkspartei: Linke, SPD und Grüne kämen zusammen auf 49 Prozent, auch das reicht locker für eine parlamentarische Mehrheit.

Elif Eralp (Linke) in Berlin beliebt

Dabei ist die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp (44), bei den Berlinern besonders beliebt. Könnten sie den Regierenden Bürgermeister direkt wählen, käme sie auf 15 Prozent. CDU-Kandidat Evers und Steffen Krach (47) von der SPD kämen auf jeweils elf Prozent.

Wahlforscher: Alles ist möglich

Aber auch die SPD hat noch ein Ass im Ärmel: Laut der Exklusiv-Umfrage für BILD haben die Sozialdemokraten das größte Wachstumspotenzial – sie könnte noch 26 Prozentpunkte dazugewinnen. Das maximale Potenzial der SPD beträgt demnach 41 Prozent, das der CDU und der Linkspartei jeweils 34 Prozent, das der Grünen 33 Prozent und das der AfD 24 Prozent. Insa-Chef Hermann Binkert (61) zu BILD: „Das zeigt, wie viel Bewegung in den nächsten zwei Wochen in Berlin noch möglich ist …“