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Kiew – Eine russische Drohne ist im Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes (SBU) eingeschlagen! Bilder der Attacke zeigen einen Brand in dem Gebäude. Feuerwehrleute sind im Einsatz und löschen die Flammen. Vor dem Hauptquartier stehen zudem mehrere Krankenwagen. Aus dem Geheimdienstgebäude steigt dichter schwarzer Rauch.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bestätigte den Treffer. Demnach schlug die russische Drohne in das zentrale SBU-Gebäude an der Wolodymyrska-Straße ein, direkt gegenüber der berühmten Sophienkathedrale. Rettungskräfte seien vor Ort.
Nach Angaben Selenskyjs zielte die Drohne direkt auf das Büro des amtierenden SBU-Chefs Oleksandr Poklad (52)

Kräfte der Feuerwehr probieren, den Brand nach dem Drohneneinschlag zu löschen
Drohne trifft Büro von Geheimdienst-Chef
Laut einem Bericht des ukrainischen Mediums Ukrainska Pravda soll die Drohne nicht nur auf das Büro von Geheimdienst-Chef Oleksandr Poklad (52) gezielt haben, sondern tatsächlich dort eingeschlagen sein. Das berichtet das Medium unter Berufung auf eigene Quellen. Poklad hatte offenbar großes Glück: Der General befand sich dem Bericht zufolge zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in seinem Büro.
Angriff am helllichten Tag
Bei dem russischen Angriff wurden nach dem jüngsten Stand mindestens sieben Menschen verletzt. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, sechs von ihnen seien bis 16.30 Uhr Ortszeit ins Krankenhaus gebracht worden. Zunächst hatten die Behörden fünf Verletzte gemeldet. Der Angriff erfolgte am helllichten Tag. Gegen 15 Uhr Ortszeit wurde in Kiew Luftalarm ausgelöst. Rund eine halbe Stunde später waren Explosionen im Stadtzentrum zu hören. Auch Gebäude in unmittelbarer Nähe des Geheimdienst-Hauptquartiers wurden beschädigt. Unter anderem traf es das nahe gelegene Restaurant „Zavertailo“. Besitzer Stanislav Zavertailo erklärte auf Telegram, ein Gast sei verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Weitere Menschen hätten während des Angriffs im Keller Schutz gesucht.
Der Angriff auf die SBU-Zentrale ist Teil einer seit Tagen andauernden russischen Angriffswelle auf Kiew. Bereits seit neun Tagen in Folge angegriffen greift Russland die Ukraine mehrmals am Tag direkt an. Zuletzt setzte Russland dabei verstärkt auch strahlgetriebene Drohnen vom Shahed-Typ ein.
Selenskyj kündigt Antwort an
Die Ukraine will den Angriff nicht unbeantwortet lassen. Selenskyj erklärte, er habe Poklad angewiesen, eine „angemessene, spürbare“ und, wenn möglich, „symmetrische“ Antwort auf den russischen Angriff vorzubereiten. Das ukrainische Militär werde diese Reaktion unterstützen. Auch der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha (51) fordert eine entschlossene Reaktion. Er bezeichnete den Angriff auf das SBU-Hauptquartier als „große Eskalation, die eine entschlossene Reaktion erfordert“. Moskau habe den Angriff ausgerechnet während neuer Friedensbemühungen ausgeführt und damit aus Sicht Sybihas seine Ablehnung von Diplomatie offengelegt.

Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha (51) spricht nach dem Angriff auf die SBU-Zentrale von einer „großen Eskalation“
Foto: GENYA SAVILOV/AFP