
Eine Emirates-Maschine am Flughafen Frankfurt am Main. Bislang darf die Airline in Deutschland nur vier Städte anfliegen.
Andreas Rentz / Getty Images
Der Lobbyverband GUBC unter Günther Oettinger fordert vom Kanzleramt Unterstützung für tägliche Emirates-Direktflüge nach Berlin und Stuttgart.
Die Gespräche zwischen Deutschland und den Emiraten blieben ohne Einigung. Das deutsche Angebot von nur zwei Wochenflügen kritisiert der Verband als unzureichend.
Brisant ist der Streit wegen des Wettbewerbs mit der Lufthansa.
Im Streit um zusätzliche Flugverbindungen von Emirates nach Deutschland wächst der Druck auf die Bundesregierung. Der Lobbyverband Germany-UAE Business Council (GUBC) fordert das Kanzleramt auf, sich für tägliche Direktflüge der Fluggesellschaft zwischen Dubai und Berlin sowie Dubai und Stuttgart einzusetzen. Das geht aus einem Schreiben des Wirtschaftsverbands an das Kanzleramt hervor, das dem Axel Springer Global Reporters Netzwerk exklusiv vorliegt.
In dem Brief äußert der GUBC sein Bedauern darüber, dass die jüngsten Gespräche zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten über eine Ausweitung der Verkehrsrechte ohne Einigung geblieben seien. Nach Kenntnis des Verbands habe die deutsche Seite lediglich zwei wöchentliche Flüge einer Airline aus den Emiraten nach Berlin angeboten. Dazu heißt es in dem Schreiben: „Aus wirtschaftlicher Sicht würde eine derart begrenzte Flugfrequenz weder eine tragfähige Grundlage für die Einrichtung und den nachhaltigen Betrieb der Strecke bieten, noch würde sie der ermittelten Nachfrage angemessen gerecht werden.“
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Der GUBC fordert deshalb Unterstützung aus dem Kanzleramt. Der Verband wird auf deutscher Seite vom früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten und EU-Kommissar Günther Oettinger geführt und vertritt nach eigenen Angaben die wirtschaftlichen Interessen deutscher und emiratischer Unternehmen.
Worum es beim Streit um die Verkehrsrechte geht
Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Streit um die Verkehrsrechte von Airlines aus den Emiraten. Emirates fliegt in Deutschland bislang Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an. Für zusätzliche reguläre Verbindungen nach Berlin und Stuttgart benötigt die Airline eine Erweiterung der bestehenden Verkehrsrechte.
Neue Bewegung war in den Konflikt nach dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in den Emiraten im Februar gekommen. Der GUBC verweist in seinem Schreiben auf „positive Signale“ des Kanzlers für zusätzliche Verkehrsrechte. Medienberichten zufolge gab es innerhalb der Bundesregierung allerdings unterschiedliche Vorstellungen: Während aus dem Verkehrsministerium zunächst zwei wöchentliche Berlin-Flüge angeboten worden sein sollen, bemühte sich das Kanzleramt später um eine weitergehende Lösung mit sechs bis sieben Flügen pro Woche nach Berlin und Stuttgart.
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Politisch ist der Streit auch deshalb brisant, weil zusätzliche Emirates-Verbindungen den Wettbewerb mit Lufthansa und anderen europäischen Fluggesellschaften verschärfen könnten. Nach „Tagesspiegel“-Informationen gibt es Widerstand von Lufthansa gegen eine Ausweitung der Verkehrsrechte. Eine Einigung zwischen Deutschland und den Emiraten steht bislang aus.
Das Kanzleramt ließ eine Anfrage unbeantwortet, das Verkehrsministerium teilte mit: „Es liegt keine Entscheidung über Änderungen der vereinbarten Verkehrsrechte mit den Vereinigten Arabischen Emiraten vor.“
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