Wo grüne Buchstaben das Wort „Kunst“ an der Backsteinwand bilden, war früher der Eingang zu einem Frauengefängnis. Seit diesem Sommer wird das Gebäude in Berlin-Moabit nach langem Leerstand wieder genutzt. Während einer dreijährigen Sanierung entstanden 49 geförderte Musikproberäume und 32 Ateliers. Die ersten Mieterinnen und Mieter zogen im August ein. Auch tage- und stundenweise können Räume ab 5 Euro gemietet werden.

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Das Gelände mit den drei denkmalgeschützten Backsteingebäuden gehört dem Land Berlin und wird von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) verwaltet. Dazu gehören Gerichtsgebäude, Gefängnisverwaltung und Zellentrakt. Fans der Serie „Babylon Berlin“ kennen sie aus einer Szene vor dem Eingangstor. Und auch für die Netflix-Produktion „Damengambit“ wurde hier gedreht.

Dabei war auch die Realität an diesem Ort filmreif. Zweimal waren Häftlinge der „Baader-Meinhof-Gruppe“ in den 70er-Jahren aus dem Gefängnis ausgebrochen. Danach waren ihre Haftbedingungen verschärft worden. Ab 1985 endete der Frauenvollzug, danach wurden für kurze Zeit männliche Insassen untergebracht. Seit 2013 stand die ehemalige JVA leer. Das hat sich jetzt geändert.

Die Malerin Aline Alagem hat eines der begehrten neuen Ateliers bekommen.

© BIM GmbH/Jochen Eckel

Das Land Berlin hat 17,7 Millionen Euro in die Sanierung investiert. Der Bedarf nach bezahlbaren Räumen für Kulturschaffende ist riesig. Alle Ateliers und Proberäume sind bereits an 140 professionell arbeitende Künstler:innen und Musiker:innen vermietet. Zu günstigen Mieten von 4,09 bis 6,50 Euro pro Quadratmeter. Beworben hatten sich über 500 Kulturschaffende.

Wo früher früher Häftlinge untergebracht waren, liegen nun Ateliers und Proberäume. Wo früher Häftlinge untergebracht waren, liegen nun Ateliers und Proberäume.

© IBM

„Damit hat nur knapp jede fünfte Bewerbung einen Zuschlag erhalten“, teilte die Kulturraum Berlin gGmbH mit, die für die Vermietung zuständig ist. Die Kulturschaffenden seien von unabhängigen Fachjurys ausgewählt worden.

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Eine gewisse Gefängnis-Atmosphäre strahlt das Gebäude mit seinen langen Gängen weiterhin aus, auch wenn der ehemalige Knast jetzt voller Kunst ist. Das ist so gewollt. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Daher blieben originale Zellentüren, historische Farbfassungen sowie drei Originalzellen erhalten.