Am Samstag steht das nächste Heimspiel an, und es kommt genau zur richtigen Zeit. Preußen Münster empfängt am 4. Spieltag der 3. Liga den TSV Havelse, Anstoß ist um 14 Uhr im Preußenstadion. Nach der 1:4-Klatsche in Köln geht es darum, schnell wieder Tritt zu fassen, in einer Saison, in der ohnehin noch niemand mit einer geraden Linie rechnen sollte.

Ein durchwachsener Auftakt

Die Bilanz nach drei Ligaspielen und einem Pokalauftritt liest sich zwiespältig. Der Auswärtssieg in Wiesbaden zum Auftakt hat gutgetan, das couragierte 1:1 gegen Ingolstadt vor ausverkauftem Haus war in Ordnung. Danach ging es bergab. Im DFB-Pokal führte Münster beim Zweitligisten Karlsruher SC lange durch ein frühes Tor von Montell Ndikom, ehe der KSC nach der Pause durch Marvin Wanitzek und Sebastian Jung drehte und Samuel Althaus in der Nachspielzeit noch Rot sah.

Am vergangenen Spieltag folgte dann die bislang deutlichste Enttäuschung: ein 1:4 bei Viktoria Köln, bei dem David Otto mit einem Doppelpack den Unterschied machte und Felix Higl nur noch Ergebniskosmetik betreiben konnte. Trainer Thomas Wörle fand danach klare Worte: Das sei nicht das Gesicht, das seine Mannschaft zeigen wolle. Mit vier Punkten aus drei Partien und Rang 12 steht der SCP im gesicherten Mittelfeld, weit weg von Panik, aber eben auch weit weg von der Anfangseuphorie.

Der Gegner: Havelse mit ähnlich wechselhaftem Start

Auch der TSV Havelse ist bislang alles andere als konstant unterwegs. Der Heimniederlage zum Auftakt gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart (2:3) folgte eine weitere Pleite auswärts bei Rot-Weiss Essen (0:1), ehe zuletzt mit dem 3:2 gegen den SV Waldhof Mannheim der erste Saisonsieg gelang. Drei Punkte und Rang 14 stehen zu Buche, bei identischer Tordifferenz wie der SCP. Havelse reist also keineswegs als Prügelknabe an, sondern als Mannschaft, die sich gerade selbst im Aufbau befindet und zuletzt Auftrieb bekommen hat.

Personal und Neuigkeiten

Auch abseits des Platzes bleibt es beim SCP in Bewegung. Mit Romario Rösch hat der Verein Ende August einen variablen Offensivspieler für die Außenpositionen verpflichtet, kurz darauf gab Zidan Sertdemir seinen Wechsel zurück nach Dänemark zu Lyngby Boldklub bekannt. 22 Pflichtspiele hatte der Flügelspieler seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer für Münster bestritten. Auch bei Havelse hat sich der Kader zuletzt verändert, unter anderem wurden mit Wardak und Grzywacz zwei Leihspieler für Offensive und Mittelfeld geholt und mit Omer sowie Krug gleich zwei neue Torhüter verpflichtet.

Beide Klubs feilen also weiter an ihrem Personal, was in dieser frühen Saisonphase nach einem größeren Umbruch auch wenig überrascht. Fürs Heimspiel meldet der Verein zudem schon vorab 722 zusätzliche Sitzplätze im Gästebereich, weil die eigenen Heimbereiche erneut ausverkauft sind. Das Preußenstadion dürfte also auch am Samstag wieder gut gefüllt sein.

Geduld ist das Gebot der Stunde

Sieg, Unentschieden, eine klare Niederlage in der Liga und dazu das Aus im Pokal gegen den klassenhöheren Karlsruher SC, das ist bislang die Zwischenbilanz dieser jungen Saison. Von einer Krise sollte trotzdem niemand sprechen. Der eingeleitete Umbruch beim SCP braucht Zeit, und die 3. Liga ist auch für einen ehemaligen Zweitligisten kein Selbstläufer. Jede einzelne Partie in dieser Liga verdient Respekt, das hat schon der erste Monat gezeigt.

Ein echtes Zwischenfazit lässt sich ohnehin erst zur ersten Länderspielpause ziehen. Bis dahin gilt für den SCP vor allem eines: Punkt für Punkt sammeln und sich in Ruhe an diese Liga herantasten. Gegen Havelse wäre ein Erfolgserlebnis vor eigenem Publikum dafür ein guter nächster Schritt.

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Sa., 5. Sep. 2026


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So., 6. Sep. 2026


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