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Prag – Tschechien bereitet sich auf einen möglichen Krieg in Europa vor! In einem neuen Verteidigungspapier warnt das Land: Das Risiko schwerer Sicherheitskrisen steigt. Sogar ein Angriff auf Nato- und EU-Staaten ohne Vorwarnung sei möglich. Als größte Bedrohung für die Sicherheit gilt dabei Russland!
Das geht aus dem „Langfristigen Ausblick für die Verteidigung 2045“ des tschechischen Verteidigungsministeriums hervor, über den das tschechische Nachrichtenportal iROZHLAS.cz berichtet. Der Redaktion liegt das Strategiepapier nach eigenen Angaben vor. Es wurde bereits vom tschechischen Staatssicherheitsrat gebilligt und soll im Herbst von der Regierung beraten werden. 2045 ist dabei kein vorhergesagtes Kriegsdatum, sondern der Planungshorizont des Papiers.

Im Ministerium von Tschechiens Verteidigungsminister Jaromír Zůna (65) wurde der „Langfristige Ausblick für die Verteidigung 2045“ erarbeitet
Foto: picture alliance/dpa/CTK
Tschechen rüsten sich für den Ernstfall
Die Warnung fällt dennoch deutlich aus: „Die Wahrscheinlichkeit komplexer Sicherheitskrisen einschließlich eines Angriffs auf Nato- und EU-Staaten ohne Vorwarnzeit steigt.“ Gleichzeitig werde sich die Verantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas zunehmend von den USA auf die europäischen Verbündeten verlagern. Tschechien will sich darauf vorbereiten und seine Streitkräfte deutlich ausbauen – ausdrücklich für einen „langfristigen Konflikt hoher Intensität mit einem technologisch fortgeschrittenen Gegner“. Bis 2030 soll ein neues System zur Sicherheitsvorbereitung der Bevölkerung entstehen. Bis 2032 ist der Ausbau der eigenen Weltraumaufklärung geplant, bis 2038 sollen zusätzliche Technik, Waffen und militärisches Material beschafft werden. Zudem will Tschechien seine Streitkräfte mit 24 F-35-Kampfflugzeugen und zwei modernisierten Brigaden verstärken.
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Auch die Bevölkerung könnte im Ernstfall stärker eingebunden werden. In Friedenszeiten soll der Wehrdienst zwar freiwillig bleiben. Das Papier hält jedoch fest: „Die Regierung wird jedoch im Bedarfsfall die Einführung einer angemessenen Form der Beteiligung der Bürger an der Gewährleistung der Landesverteidigung und am Militärdienst prüfen.“ Laut iROZHLAS.cz wäre beispielsweise denkbar, Menschen mit technischen, medizinischen oder IT-Kenntnissen einzuberufen und verkürzt militärisch auszubilden.
Für den früheren tschechischen Geheimdienstchef Petr Mlejnek beginnt die Gefahr zudem lange vor einem offenen Krieg. Entscheidend sei die Annahme, dass ein Gegner „nicht strikt zwischen Krieg und Frieden unterscheidet“. Er warnt: Ein Konflikt könne bereits lange vor einer formellen Kriegserklärung beginnen.